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Freitag der Dreizehnte: Das Comeback der Bissigen Bemerkungen

Hallo, da sind wir wieder. Eigentlich war Mitte November nur eine zweiwöchige „schöpferische“ Pause geplant, leider sind daraus neun Wochen geworden. Und ehrlich gesagt, ließ die Regelmäßigkeit seit August ohnehin schon zu wünschen übrig. Gute Vorsätze 2017? U. a. wieder „regelmäßige“ Bissige Bemerkungen!

Aus der Vielzahl von Themen, die in der Zwischenzeit „ungebissen“ geblieben sind, haben wir uns zwei ausgesucht.
1. „Wir sind fertig mit dem Ding, wenn wir mit dem Ding fertig sind“.
2. In Leipzig beginnt ein Prozess, der seit Jahren überfällig ist.
Zu guter Letzt kann ich mir nicht verkneifen darauf hinzuweisen, wen ich im Dschungelcamp vermisse.

„Wir sind fertig mit dem Ding, wenn wir mit dem Ding fertig sind“
Dieser sehr inhaltsschwere Beitrag stammt von Brandenburgs-Ministerpräsident Woidke und reiht sich nahtlos an den legendären Spruch von Hartmut Mehdorn „Der BER wird immer fertiger und fertiger“ ein.

Bei dem Herumgeeiere wann der Flughafen fertig wird, wissen wir jetzt nur eines: Die offizielle nächste Verschiebung des Eröffnungstermins ist schon wieder verschoben worden. Irre, nicht wahr. Wie fragten die BBBs schon am 2. März 2015? Haben Sie am 23.11.2017 schon etwas vor? Dann sind 2000 Tage seit der letzten „Nichteröffnung“ vergangen. Es würde mich nicht wundern, wenn der neue Berliner Senat an diesem Tag ein Fest veranstalten würde: „Flughafen-Eröffnungen kann jeder feiern, Flughafen-Nichteröffnungen aber nur wir in Berlin.“ Utopie? Warten wir es ab. Jeder Tag der Nichteröffnung kostet „nur“ 1,3 Mio Euro, da würden die Kosten für eine Party unwesentlich sein.

„Nicht alle werden die Eröffnung des BER noch erleben“, stellte die Süddeutsche Zeitung am 29.12.16 fest. Das ist nicht sehr bösartig, denn der neue BER-Baufortschrittsbericht meldet: Baufortschritt gegenüber letzter Meldung 0,0%. Immerhin kein Minuszeichen davor.

Aber vielleicht gibt es auch ein ganz anderes Problem. Zitieren wir noch einmal Hartmut Mehdorn, der sagte im März 2015: „Der BER ist unterwegs. Er bewegt sich“. Hat schon mal einer nachgesehen, ob der BER überhaupt noch da ist?

In Leipzig beginnt ein Prozess, der seit Jahren überfällig ist
Endlich beginnt in dieser Woche der Prozess gegen drei ehemalige Unister-Manager (alles reine Unschuldslämmer) vor dem Landgericht Leipzig. Schon 2012 hatten DIE Welt („Abzock Imperium Unister“), computerbild (die Tricks des Abzock Imperiums) u.a. vor den Machenschaften von Unister gewarnt. Keine Ahnung wer da in der Vergangenheit gebremst hatte.

Auch die BBBs hatten schon im September 2013 gelästert, als das Branchenfachblatt fvw über einen DRV Präsidenten Thomas Wagner nachdachte: „Da muss wohl Stromausfall in der Redaktion gewesen sein und man hatte nicht gesehen, welcher Name da versehentlich geschrieben war“.

Und das habe ich auch noch in einer BBB vom März 2015 gefunden: „Der DRV freut sich, dass Unister als Mitglied des DRV aufgenommen werden konnte“. Und weiter hieß es in der Pressemeldung: „Zugleich unterstreicht dies den Anspruch des Verbandes, die gesamte Reisebranche mit all ihren Segmenten zu vertreten“. Ist Unister eigentlich noch Mitglied im DRV?

48 Seiten Anklageschrift sollen zu Prozessbeginn verlesen werden, das kann nur eine Kurzfassung der Vorwürfe sein. Einer der Anwälte des Angeklagten Daniel Kirchhof (ex Finanzchef) ist, lt. DIE WELT, übrigens Arndt Hochstädter, der zuletzt einer der Organisatoren des Leipziger Pegida-Ablegers Legida war. Was sich immer Leute zusammenfinden.
Lt. FAZ will die Staatsanwaltschaft auch Reiner Calmund (ex Clown für fluege.de) als Zeuge laden. Ich lache mich kaputt. Der wird wie immer endlos labern und sich entschuldigen mit „ich habe meinen Jungs“ vertraut. Manfred Krug und die Telekom-Aktie lassen grüßen.

Zuletzt, das kann ich mir heute, zu Beginn des neuen Dschungelcamps nicht verkneifen: Warum ist Vural Öger eigentlich nicht im Dschungelcamp dabei? Seine neuere Vita würde doch dazu passen.

In der Zwischenzeit war ich auch an anderer Stelle fleißig und werde es auch künftig sein. Auf dem Luftverkehrs-Nachrichtenportal airliners.de erscheint alle 14 Tage donnerstags (in der Regel um die Mittagszeit) die Kolumne „Die Born-Ansage“. Sie finden diese unter www.airliners.de/thema/die-born-ansage. Dort kann man auch die bisher erschienenen 50 Kolumnen sehr einfach nachlesen. Da ist bestimmt vieles dabei was auch Ihr Interesse finden wird.

Der BBB-Newsletter wird übrigens künftig immer dienstags und nicht montags wie bisher erscheinen.

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DRV und Unister

Unister Travel ist ab sofort Mitglied im Deutschen ReiseVerband (DRV). Die Wirklichkeit überholt mal wieder die Satire.

Im September 2013 hatten die BBBs noch kräftig gelästert (siehe BBB vom 8.9.2013 „Reiner Calmund for (DRV-)President?“). Es ging um einen Beitrag im Branchenblatt FVW unter dem Titel „„Junge Innovatoren und Querdenker für den Verband“. Dort wurde u.a. vorgeschlagen doch mal über Thomas Wagner von Unister als Kandidat für den DRV-Vorstand nachzudenken. Das musste jedem Branchenkenner fast die Sprache verschlagen, denn gerade Wagner stand mit seinem Unternehmen Unister für zweifelhafte Geschäftsmethoden (siehe DIE WELT: „Abzock-Imperium Unister“, „Der Drahtzieher: Thomas Wagner“ usw.). Die Liste von Vorwürfen verschiedener Verbraucherzentralen gegen Unister ist unendlich lang. Auch die Staatsanwaltschaft war aktiv.
Die BBBs fanden diesen Vorschlag so absurd, dass sie lästerten, warum man nicht gleich das Testimonial der Unister-Tochter fluege.de (die immer besonders in der Kritik stand), Reiner Calmund, „for (DRV-President)“ zu nominieren.

Und dann stand noch ein besonders interessanter Absatz in den damaligen BBBs, September 2013 wohlgemerkt: „Als Entschuldigung für die FVW könnte man nur gelten lassen, wenn zum Zeitpunkt des Schreibens Stromausfall in der Redaktion war und Dirk Rogl nicht gesehen hat, welchen Namen er hier (versehentlich) geschrieben hat.“
Das ist für Brancheninsider jetzt insofern hochinteressant, denn der frühere FVW-Redakteur Dirk Rogl ist inzwischen Presseverantwortlicher von Unister Travel (!) und liefert jetzt sein Meisterstück ab: „Unister Travel in den DRV“. Chapeau Herr Rogl und Herr Raoul (CEO), das ist für Unister Travel ein toller Schritt vorwärts.

Die heutige BBB-Kritik richtet sich nämlich ausnahmslos gegen den DRV. Noch vor zwei Jahren meinte der DRV, mit Blick auf die viel kritisierten Geschäftsmethoden von Unister, mitteilen zu müssen, dass Unister „nicht“ Mitglied im DRV sei. In dieser Meldung wurden damals wichtige DRV-Leitlinien aufgezählt, u.a. „jedes Mitglied muss für Qualität und Verantwortungsbewusstsein als Dienstleister gegenüber Kunden und Leistungspartner stehen“, die demzufolge Unister wohl nicht erfüllte.

Und jetzt, reichlich lapidar, „freut sich der DRV“, dass Unister Travel Mitglied im DRV wird. Oh, dann muss sich inzwischen wesentliches gegenüber 2013 geändert haben. Gibt es jetzt einen anderen Maßstab für die Aufnahme neuer Mitglieder? Spätestens nach diesem Satz in der Pressemeldung könnte man es meinen: „Zugleich unterstreicht dies den Anspruch des Verbandes, die Interessen der gesamten Reisebranche mit all ihren Segmenten zu vertreten“. „Mit all ihren Segmenten“, heißt das „ab sofort nehmen wir jeden auf“? Ist das der Grund, warum der Verband in letzter Zeit beim Thema Qualifizierung in der Branche so leise auftritt? Sorry, so lapidar kann man Öffentlichkeitsarbeit nicht machen.

Insbesondere aus dem Kreis der Reisebüros kamen auch prompt wütende Proteste. Von Austritten aus dem Verband war da die Rede. Gerüchteweise sollen sogar einige Reisebüros, die heute nicht Mitglied im Verband sind, damit gedroht haben, in den Verband einzutreten, nur um aus Protest wegen Unister dann spektakulär austreten zu können.

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Passagier repariert Boeing 737 vor dem Start

Früher hat sich unsereiner keine Gedanken darüber gemacht, wer noch auf dem gleichem Flug mitflog. Vor einiger Zeit konnte man lesen, dass man bei einer Airline (KLM?) seine Interessen eingeben könne, um dadurch einen „Gleichgesinnten“ als Sitznachbar zu finden.
Seit dieser Zeit überlege ich mir in meinen Tagträumen wen ich gerne als Nachbar/-in hätte (habe meine 10 Lieblingsnachbarinnen schon im Kopf) und wen auf keinen Fall (z.B. Fans bestimmter Fußballvereine, politische Tiefflieger, Reiner Calmund – nicht nur wegen Platzenge, sondern auch wegen seiner Nähe zu Unister). Im Prinzip mag ich auch keine Mitreisende mit übergroßen Rucksäcken, mit denen man permanent angerempelt wird und die beim Verstauen im Gepäckfach brutal meine dort sorgsam abgelegte Jacke „zerquetschen“, dass die Jacke danach noch älter aussieht als ich selbst. Auch Gérard Depardieu und andere Betrunkene mit Blasenschwäche möchte ich nicht neben mir haben und noch weniger irgendwelche Typen, die während des Fluges nach einem Fallschirm verlangen.

In letzter Zeit habe ich gelernt, dass man seine Mitflieger positiv nach anderen Kriterien auswählen sollte. In Almeria konnte der Urlaubsflieger wegen eines Defektes nicht abheben. Der Flug sollte deshalb auf den nächsten Tag verschoben werden. Zufällig war ein isländischer Mechaniker an Bord, der auch noch Ahnung von B737 hatte. Der fand sofort den Fehler und reparierte innerhalb von 30 Minuten das Starter-Ventil. Also, ab sofort möchte ich einen Mechaniker (natürlich vom passenden Flugzeugtyp) neben mir sitzen haben.

Letzte Woche war zu lesen, dass die Co-Pilotin eines Fluges von Hurghada nach Hannover an Bord mit Lebensmittelvergiftung zusammenbrach. Wieder zufällig war ein Pilot (auf eigener Urlaubsreise) an Bord, der zusammen mit dem Flugkapitän das Flugzeug sicher nach Hause flog. Also künftig, sollte auf dem anderen Sitz neben mir ein Pilot/-in sitzen.

Sicherlich wird diese neue Sitzordnung bei einigen mir Nahestehenden sehr unfreundlich zur Kenntnis genommen werden. Was soll`s, safety first.

Lebensmittelvergiftung und andere schlimme Erkrankung während eines Fluges? Könnte auch mich treffen. Na klar, ein Arzt muss an Bord sein. Sollte günstig zu mir sitzen, damit er meinen Gesichtsausdruck und notfalls auch Blutdruck und das ganze andere kontrollieren kann.

Worauf ich sehr allergisch reagieren würde? Wenn die Fluggesellschaft einen Pfarrer in meiner Nähe platzieren würde. Den möchte ich während und direkt nach dem Flug wirklich nicht brauchen müssen.

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Reiner Calmund for (DRV-) President?

Da hat sich die FVW aber ins Knie geschossen. Thomas Wagner als Kandidat für den DRV-Vorstand zu nennen. Geht’s noch? Der Absatz, in dem sein Namen genannt wird, beginnt mit „junge Innovatoren und Querdenker für den Verband“. Schon vor einem Jahr (4.7.2012) schrieb DIE WELT über „Die Machenschaften des Abzock-Imperiums Unister“ und im Beitrag hieß es u.a „Schein von Seriosität?“ und „Der Drahtzieher: Thomas Wagner“ (siehe auch BBB vom 17.12.2012 „Ab-in-den-Knast.de“). Wenn das Geschäftsmodell von Thomas Wagner „innovativ und quergedacht“ ist, dann ist dieser Vorschlag eine Beleidigung für die ebenfalls genannten (seriösen) Mitbewerber auf der Kandidatenliste (und für den Verband).

Die interne Liste der fvw soll nach eigenen Angaben noch viel länger gewesen sein. Da kann man sich schon denken, welcher Name da noch stand: Reiner Calmund for (DRV-) President.

Als Entschuldigung für die FVW könnte man nur gelten lassen, wenn zum Zeitpunkt des Schreibens Stromausfall in der Redaktion war und Dirk Rogl nicht gesehen hat, welchen Namen er hier (versehentlich) geschrieben hat.
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Nachlese zu den BBBs vom 19.8.2013 „Die andere Sicht“.
Die FAZ und die FVW (kann man ja auch mal loben) haben es auf den Punkt gebracht. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die rechtlich keine Reisewarnung war, war der Bundestagswahl geschuldet. Man wollte einerseits auf Nummer sicher gehen, dass dort keinem Touristen etwas passiert („wäre wahlkampfmäßig ganz schlecht“), aber andererseits hat der ehemalige „Held vom Tahir-Platz“, Guido Westerwelle, auch die Hotellerie am Roten Meer nicht noch weiter in Schwierigkeiten bringen wollen (was er aber tat). Deshalb die Entscheidung für halb schwanger. Das bestätigt was die BBBs schon am 7.2.2011 schrieben: „Westerwelle kann auch nicht Reisewarnung“.

Ganz bedenklich in diesem Zusammenhang, dass das Auswärtige Amt angeblich die Branche unter Druck gesetzt haben sollte, wenn „Ihr nicht freiwillig neue Anreisen einstellt, dann gibt es eine richtige Reisewarnung“. Aber immerhin ist es schön, schon jetzt schon zu wissen, dass nach der Bundestagswahl die Lage am Roten Meer aus AA-Sicht wieder friedlich sein wird und dem Tourismus nichts mehr im Wege stehen wird. Nur schade, dass die örtlichen Bediensteten bis dahin vor dem Nichts stehen werden (vom Vertrauensverlust in die deutschen Veranstalter nicht zu reden).

Das erinnert fatal an den April 2010, als die Politik wegen der Vulkanasche (wie man weiß völlig unnötig) die Luftfahrt lahmlegte (siehe BBB vom 26.4..2010 „Vulkanasche – die Schweinegrippe der Luftfahrt“). Wie lautete das Argument eines prominenten CSU-Menschen: „Lieber ein unzufriedener Passagier, der lebendig ist, als einer der beim Flug von Frankfurt nach Mallorca abstürzt“. Abgesehen davon, dass man sich das technisch nur schwer vorstellen kann, müsste das in Konsequenz doch heißen:
Jeder tote Alkoholiker ist ein Toter zu viel, „sofortiges Verbot des Verkaufs von Alkoholika“ (aber zynischer weise verdient der Staat durch die Alkoholsteuer sogar an jedem Toten mit).

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Wir sind wieder da ……

Da denkt man, man könnte mal so ohne weiteres eine kleine Pause einlegen. Denkste! Da schrieb ein Leser: „Das ist ja wie beim Flughafen BER. Keine Angaben wann es wieder losgeht. Kurze Pause, lange Pause?“. Etliche andere vermuteten ernsthafte gesundheitliche Probleme. Ein anderer Leser kam der Sache schon näher: “Ist das der Einstieg in den Ausstieg?“. In der Tat, es war nichts Ernstes, nur „Flasche leer“, um den guten Trappatoni zu zitieren (bitte keine Beziehung zwischen Flasche und Person herstellen).
Dann wollen wir mal wieder.

GTI Travel pleite. So etwas zehrt am Ruf der Branche. Jetzt stellt sich heraus, die sind sogar zu dumm einen Insolvenzantrag richtig zu stellen (ok, andere können eine Selbstanzeige nicht richtig stellen). Das Doofe bei GTI ist, dass damit auch die Versicherungen noch nicht einspringen, „weil noch keine Insolvenz vorliegt“.
Am Abend des Tages, hätte man beim Abschiedsspiel von Ballack platzen können. Nicht nur, dass im Vorbericht plötzlich die Figur von Reiner Callmund den Bildschirm verdunkelte (seine Heissluft-Äußerungen sollten wohl zu Rasentrocknung eingesetzt werden), das Ballack-Team mit dem Sponsor „ab-in-den urlaub.de“ auflief, folgte dann auch noch die „Weltauswahl“ mit dem Sponsor GTI. Wie geschmacklos. Als ich gerade das Fernsehgerät zertrümmern wollte, merkte ich zum Glück noch, dass der VW GTI gemeint war. Durchschnaufen.

Wenn wir gerade bei Pleiten sind. Die Fluggesellschaft Maastricht Airlines hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Sie ist pleite, ohne je einen Passagier befördert zu haben. Jungfräulicher kann man nicht sterben. Lt. Angabe der Airline wollte man auch nach Berlin fliegen, aber dort ist man dankbar für jeden Flug der im Moment nicht kommt.

Apropos Fluggesellschaft. Der Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth berichtet in seinem Blog über das diesjährige IATA-Treffen in Kapstadt („Altherrenclub mit seltsamen Ritualen, die dafür um die halbe Welt reisen“), angeblich zumeist eine einschläfernde Veranstaltung. Kein Wunder, dass Emirates-Chef Tim Clark, bevor er sich zu einer Podiumsdiskussion bemühte, Andreas Spaeth bat „wirf etwas auf mich, wenn ich einschlafen sollte“. Und dafür nach Kapstadt reisen?
Nach London (nicht ganz so weit) mussten mal wieder die Teilnehmer der Hauptversammlung der Air Berlin reisen (laut Tagesspiegel nicht einmal ein Dutzend) und wie immer mit einer Tagesordnung, die jede Aufregung vermeiden sollte. Wer wirft da etwas, wenn die einschlafen?

Zuletzt fehlt noch der spezielle BBB-Freund Ramsauer. Laut „Die Welt“ träumt er von einer intelligenten Autobahn. Ob das ein Problem werden kann, wenn die Autobahn intelligenter wird als der Minister? Sein neuer Bußgeldkatalog ist gerade wegen vieler Ungereimtheiten im Bundesrat krachend gescheitert.
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Zuletzt noch ein Wort des Mitgefühls an die vom Hochwasser Betroffenen. Die BBBs denken natürlich auch an die touristischen Folgen (Hotels, Gastronomie, Reisebüros, touristische Infrastruktur). Und Urlaubswünsche für Sommer und nächsten Winter werden wahrscheinlich erst mal zurückgestellt werden.

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Reiner Calmund und seine Beziehung zu Unister und TUI

Die Dauerpräsenz von Reiner Calmund auf allen TV-Kanälen kann einem richtig „auf den Keks“ gehen. Wenn er den Mund aufmacht, läuft die Heißluftmaschine auf vollen Touren. Insbesondere bei seinem Werbeauftritt für „Fluege.de“, einer Firma aus dem Unternehmensgeflecht von Unister, kann einem übel werden. Kann man sich ernsthaft vorstellen, dass es jemand gibt, der zu diesem Anbieter wegen Calmund wechselt? Allein der Gedanke, auf einem Flug dann neben ihm zu sitzen, muss doch sofort Platzangst auslösen. Aber Calmund und Unister, das passt ja („Gleich und Gleich gesellt sich gern“). „Besonders die Portale des Leipziger Unternehmens Unister haben sich mit unseriösen Methoden einen Namen gemacht“, schrieb z.B. schon am 2.7.12 die Westdeutsche Allgemeine. Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft für die Unister-Gruppe interessiert und einige Vorstandsmitglieder haben danach auch die Luft in der Untersuchungshaft geschnuppert (siehe auch BBBs vom 17.12.2012 „ab-in-den-Knast.de“). Nur so nebenbei, für Calmunds Abschied bei Bayer Leverkusen interessierte sich damals auch die Staatsanwaltschaft (offiziell „ohne Ergebnis“). Das soll gerüchteweise Bayer Leverkusen damals sehr recht gewesen sein.

Interessanterweise tritt auch das Unister-Portal „ab-in-den urlaub.de“ immer wieder mit Umfragen an die Öffentlichkeit, deren Wissenschaftlichkeit man zumindest bezweifeln darf. Auch die Interpretation dieser „Ergebnisse“ dient wohl in erster Linie dazu „Hauptsache man steht in den Medien, egal wie“. Besonders die letzte Umfrage „von der Beschwerdebereitschaft von Urlaubern schon vor dem Urlaub“ fällt unter diese Kategorie. Ausgerechnet dieses Portal untersucht die Beschwerdebereitschaft schon vor dem Urlaub, wo man „auf deren Facebook-Seite Schauermärchen geprellter Kunden nachlesen kann“ (Zitat WAZ).

Etwas überraschend kommen die BBBs damit auf den TUI-Blog, aber den Grund lesen Sie einige Zeilen weiter unten.
Einen Blog auf der eigenen Firmenhomepage zu haben, ist absolut „in“. Insofern liegt TUI Deutschland damit auch richtig im Trend. Besonders interessant ist der erste Blog von TUI Deutschland Chef Christian Clemens über seine praktischen Erfahrungen an der Arbeitsfront. Wobei die Bissigen Bemerkungen dies weniger unter dem Gesichtspunkt Kundenorientierung sehen wollen (man sollte seinen Kunden, die man liebt, eigentlich nicht den „Service von Amateuren“ zumuten), sondern mehr unter der Rubrik Mitarbeitermotivation. Es kann kein Fehler sein, wenn ein Chef die Arbeitssituation vor Ort kennt. Interessant wäre allerdings auch die umgekehrte Aktion, Mitarbeiter werden für einen Tag Chef. Aus der Literatur kennen wir die Frage an Mitarbeiter „Was würden Sie tun, wenn Sie für einen Tag Chef wären und nur eine einzige Entscheidung hinsichtlich Qualität bzw. Serviceorientierung fällen dürfen“. Da wäre die Antwort mancher Reiseleiter/in bzw. von Mitarbeitern im Servicecenter sicherlich interessant.
Einziger Schwachpunkt des TUI Blogs bisher ist die Mitwirkung von…. Ja von wem? Ausgerechnet wieder von Reiner Calmund. Hallo? Wie kann man auf die Idee kommen, das Testimonial einer Firma, die einen so zweifelhaften Ruf hat und der man zudem vor kurzem die Zusammenarbeit gekündigt hat, auf seiner eigenen Homepage schreiben zu lassen. Inhalt? Siehe oben, Stichwort Heißluft, nichts Spezifisches. Wenn das getoppt werden soll, dann erleben wir demnächst Sylvie van der Vaart mit „mein TUI Urlaub mit meinem neuen Lover“ und anschließend von Jenny Elvers-Elbertzhagen „mein TUI Urlaub ohne meinen alten Lover“.
Ich wüsste schon, wer hier einen „geilen Reise Blog“ schreiben könnte. Aber dazu müsste man sich bei TUI trauen.

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Die Bissigen Bemerkungen möchten heute am liebsten Dracula sein

Diese Woche gibt es leider genügend Gründe richtig zuzubeißen. Nehmen wir beispielsweise den Werbespot vom „Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft“ (BDL). Sorry, aber das ist wohl der schlechteste Branchenwerbespot überhaupt.. Ohnehin ist es traurig, dass ein Verband, der so eine traumhafte Branche wie die Luftfahrt repräsentiert, Werbung für diese Branche machen muss. Aber da zeigen sich die Versäumnisse der Vergangenheit, siehe die monatelange Untätigkeit gegen die Luftverkehrssteuer. Die BBBs haben schon in 2011 mehrfach gegen die Luftverkehrssteuer gewettert, da hat der Verband noch ein sanftes Schläfchen gehalten.
Ok, wie auch immer, lieber spät wach als nie. Also beschloss man, ein Werbefilmchen/Imagefilmchen zu drehen. Aber dieser 1 ½ min Film wurde gründlich versemmelt. Eine Minute lang, wenn man es überhaupt so lange beim Betrachten des Filmes ausgehalten hat, hat man keine Ahnung, worum es gehen soll. Starke Vermutung bis dahin, jetzt kommt Werbung von Ratiopharm für ein Mittel gegen Depressionen (so schlimm ist Arbeiten in der Branche auch nicht, oder doch?). Dann, endlich 20 Sek. vor Schluss sieht man einen Jungen, der „vom Fliegen träumt“. Der ganze Film ist so altbacken, es hätte nicht gewundert, jetzt ein Propellerflugzeug zu sehen. Liebe Leserinnen und Leser der BBBs, wenn Sie denken, es gibt heute nichts, was Ihnen den Tag verderben kann, dann trauen Sie sich und machen Sie sich ein eigenes Bild: http://www.youtube.com/watch?v=NRgX61H7goI. Und? Haben Sie jetzt den großen Traum vom Fliegen? Wenn die Branche/BDL sich auch so gegenüber der Politik präsentiert, dann ist es kein Wunder, dass sie dort kein Gehör findet.
Können Sie sich vorstellen, wie ein Film der Autobranche über den „Traum vom Autofahren“ aussehen würde. Oder erinnern Sie sich bitte an einen xbeliebigen Werbefilm über Türkei (z.B. http://www.youtube.com/watch?v=nbnHx2bCk_4), das ist Lust auf Türkei von Anfang an. Vorbild könnte auch sein, wie mache ich Lust auf Deutschland von der DZT (http://www.youtube.com/watch?v=aTyiJGow8DE). Oder nehmen wir den Imagefilm von „Ja, ich buche im Reisebüro“, da ist Lust am Reisen (oder Traum vom Reisen) von der ersten Sekunde an (http://www.youtube.com/watch?v=BOmjeb3js1k). Und wenn der BDL meint, es müsste eventuell wirklich „high sophisticated“ sein, dann hätte man sich Südtirol zum Vorbild nehmen sollen (http://www.smg.bz.it/de/was-wir-bieten/multimedia/tv/78-0.html).
Angeblich soll der BDL-Spot ca. 60.000 Euro gekostet haben. Schade für das Geld.
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Nächste Woche wollen sich die Bissigen Bemerkungen mit Reiner Calmund und seiner Omnipräsenz befassen. Dann gibt es „Dracula 2.0“.

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Aufregung wegen Calmund und fluege.de

Die Reisebürobranche ärgert sich über die Werbung von Calli Calmund für das Billigportal fluege.de. Geschenkt!
Erstens wird der Wert von Testimonials in der Werbung stark überschätzt. Das gilt insbesondere, wenn dieselbe Person für zu viele Produkte Werbung macht, wie z.B. Günther Jauch oder früher Verona Pooth und Franz Beckenbauer. Da erzielen selbst Meister Propper, die lila Kuh oder Herr Kaiser von der Versicherung bessere Werte in der relevanten Zielgruppe. Ähnlich negative Eindrücke entstehen, wenn das Testimonial und das beworbene Produkt nicht zusammenpassen. Beide Punkte treffen z.B. auf Karl Lagerfeld zu. Lt. mafo.de ist nur für 6 von 503 Befragten der Auftritt von Karl Lagerfeld für Sky glaubhaft.

Womit wir direkt zu Reiner „Calli“ Calmund kommen. Sein Auftritt als „der Freeclimber“ für Katjes ist wohl selbst mit Ironie nicht schön zu reden. Ebenso sein Auftritt für fluege.de. Wer nur deshalb zu fluege.de wechselt, dem ist wahrscheinlich auch sonst nicht zu helfen. Ich würde auf keinen Fall zu einem Anbieter wechseln, für den Calmund Flug-Werbung macht. Allein der Gedanke, auf einem Flug dann eventuell neben ihm sitzen zu müssen, löst bei mir sofort Platzangst aus. Aber, die heftige Diskussion über diese Werbung hat bei Callmund offensichtlich Wirkung gezeigt. Wie ist sonst der offene Brief auf seiner Homepage an „einige user und Reisebürovertreter“ zu verstehen (Tagebuch Eintrag 23.4.). Auch hier ist seine Ausdrucksweise so rührend einfach, dass selbst der typische RTL-Zuschauer seine Freude haben kann. Und nur in diesem Marktsegment wird er auch punkten können.

Liebe Reisebürovertreter (um sich in der Sprache von Calmund auszudrücken), die halbe Aufregung reicht auch. Irgendwann wird auch Calmund von der Bildfläche verschwunden sein. Spätestens dann, wenn mal die Hintergründe seines Abschiedes von Bayer Leverkusen in die Öffentlichkeit gezerrt werden sollten.
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Im Reiseradio (www.reiseradio.org) geht es um ein höchst interessantes Interview mit dem Journalisten Klaus Bötig, der von einer griechischen Staatsanwältin wegen eines leicht satirischen Artikels über griechische Mentalität „abgeurteilt“ werden soll. Außerdem wird passend zu Ostern über den Veranstalter Biblische Reisen berichtet.
In den akustischen Bissigen Bemerkungen steht entsprechend zu oben die „griechische Ehre“ zur Diskussion und das allseits beliebte Thema Flugzeitenänderung.

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