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5. Juli 1841 – 5. Juli 2016: 175 Jahre Pauschalreise

Da wird eines der größten Erfolgsprodukte 175 Jahre alt und kaum jemand achtet darauf. Selbst schuld, liebe Urlaubsbranche. Oft genug habt Ihr Euer Super-Produkt verleugnet oder nur halbherzig beworben. Zu oft schämte sich die Branche und argumentierte nicht hart dagegen, wenn Pauschalreise und Massentourist gleichgesetzt wurde, wenn das Internet mit Urlaub, statt mit Urlaubsbuchung verwechselt wurde.

Aber zuerst wollen wir den guten Thomas Cook abfeiern. Vor 175 Jahren, am 5. Juli 1841, veranstaltete Thomas Cook seine legendäre Reise, mit einem gecharterten Zug, von Leicester nach Lougborough zu einer Veranstaltung gegen Alkoholmissbrauch. Im Reisepreis von einem Shilling waren Tanz, Tee, Schinkenbrote und lehrreiche Reden enthalten, deshalb bezeichnete man diese Reise als „Mutter“ aller Pauschalreise.

Neuere Untersuchungen sind aber der Meinung, dass die erste Pauschalreise schon drei Jahre vor 1841 stattgefunden hätte, nämlich zu einer Hinrichtung nach Boldwin. Das kann tatsächlich sein, denn Hinrichtungen waren damals eine große Attraktion (heute richtet man mit einem shitstorm, da virtuell, kann man leider nicht hinreisen). Aber auf diesen früheren Termin bezieht sich die Branche ungern. Logisch, denn viele Beschwerdebriefe von heute würden dann mit Sätzen wie „ich fühlte mich wie bei der ersten Pauschalreise zur Hinrichtung“.

In den Jahren danach setzte Thomas Cook Maßstäbe für die Pauschalreise. Der logistische Aufwand für eine solche Reise war sehr erheblich. Materialbeschreibung einer Reise nach Palästina (1869): 28 Esel, 14 Maultiere, 65 Sattelpferde, 87 Packpferde, 21 Schlafzelte, 2 Speisezelte, 3 Küchenzelte, Eisenbetten, Wolldecken, Teppiche. Liebe Touristikmanager von heute, also klagt nicht, Ihr habt es heute einfacher. Bei dieser Cook-Reise waren auch 18 Lagerdiener und 56 Maultiertreiber dabei. Würde man heute zu diesem Job „Produktmanager Esel“ sagen? Obwohl, ich hatte schon mal von einem Produktmanager gehört, „was war ich bei der Kalkulation für ein Esel“.

Wesentlich lustiger ist da die Tatsache, dass die Pauschalreise von 1841 zu einem Kongress gegen Alkoholmissbrauch ging. Angesichts der Alkoholmengen die heute in einem Ferienflieger vertilgt werden, schon fast ironisch. Fast noch krasser wird es, wenn man die britischen Nachfahren dieser Urreise mal in Magaluf besucht.

Bleibt noch die Frage offen, ob Individualtouristen die besseren Touristen seien. Werfen wir mal einen Blick auf diese immer wieder hervorgehobene Touristen-Spezies. 45 Millionen Individuen fahren jedes Jahr mit dem Auto in den Urlaub, individuell um dem Massentourismus aus dem Weg zu gehen. Die Folgen sind bekannt. Wir erleben diese Individualisten immer wieder an den Wochenenden und speziell zu den Ferienterminen an den beliebten Treffpunkten der Stau-Fetischisten bei Kamen, Geislingen, Rosenheim. Wir treffen diese Individualisten morgens Schlange stehend vor dem Ägyptischen Museum in Kairo und anderswo, während die Reiseleiterin der Veranstalter mit ihrer Gruppe durch einen Nebeneingang das Museum betritt.

Das höchste Ziel des Individual-Touristen ist ein Platz irgendwo in der Welt zu finden, ohne Pauschaltouristen. Das Dumme dabei ist nur, dass sich nach 175 Jahre Reisen nun mal eine feste Meinung gebildet hat („Schwarmintelligenz“) was und wo die schönsten Plätze dieser Welt seien. Ist leider so und da wollen alle hin. Aber die Frage an mich nach einem Geheimtipp, nach einem Ort oder Platz oder Kneipe, wo garantiert nie ein Tourist hinkommt, ist nicht auszurotten.

Als ich vor vielen Jahren mit einer privaten Gruppe an einem zugegeben sehr schönen Platz in der Toscana zu Mittag aß, wurde ich von der Gruppe „gezwungen“ ein Papier zu unterschreiben, dass dieser Platz nie in einem Veranstalterkatalog zu finden sein werde.

Eigentlich wollte ich heute nochmal über Fußball schreiben, über Sensationsmannschaften wie Island und Wales. Aber mit Thomas Cook bekomme ich auch eine Verbindung hin. Er starb 1892 im Alter von 84 Jahren in Leicester. Und Leicester City war in der letzten Saison bekanntlich Sensationsmeister in England.
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In den letzten BBBs ist mir ein peinlicher Fehler unterlaufen. Ich habe Island unterstellt, deren Banken wären nur mit den Milliarden der EU gerettet worden. Das ist falsch. Island hat sich aus eigener Kraft gerettet. Entschuldigung.

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Touristik in der Zeitmaschine?

Liebe Leserinnen und Leser, zuerst noch einmal Entschuldigung für die lange, eigentlich so nicht geplante BBB-Pause. Aber wenn man schon über Urlaub schreibt, sollte man ihn auch selbst (sozusagen als Selbsterfahrung) genießen. Also lag ich die letzten Wochen auch regelmäßig und entspannt im Liegesessel. Dabei musste es passiert sein.
Ich hatte gerade eine Fachzeitung in der Hand und bin dabei eingeschlafen. Ob es an der Fachzeitung oder nur an mir lag, mag dahingestellt bleiben. Ich hatte einen unruhigen Traum, war in einer Zeitschleife gefangen und erlebte die 90er-Jahre. Als ich wieder aufwachte musste ich bei der Fachzeitung nach dem Datum schauen, ob ich wieder zurück in der Gegenwart war.

Und da fand ich auch die „super aktuelle“ Meldung, die mich im Traum beschäftigt hatte: Thomas Cook führt ein „24-Stunden-Zufriedenheitsversprechen“ ein. Genau, das war doch eine meiner Erfindungen im Rahmen der TUI-Qualitätsoffensive in den 90er-Jahren. Und die Beschreibung ist bei Thomas Cook fast exakt identisch mit der damaligen bei TUI. Wenn der Kunde im Zielgebiet eine Leistung entdeckt, die von der Katalogbeschreibung abweicht und der Veranstalter innerhalb von 24 Stunden keine Abhilfe bieten kann, darf der Kunde den nächsten verfügbaren Rückflug in Anspruch nehmen und erhält sein Geld zurück. Aber ich musste vor allem aus einem besonderen Grund vor mich hinlächeln. Kaum hatte ich damals diese Innovation für TUI verkündet, rief der damalige Chef von Neckermann (Vorgängergesellschaft von Thomas Cook), Wolfgang Beeser, beim damaligen TUI Vorstandsvorsitzenden Dr. Corsten an, er möge mich doch bitte sofort aus dem Verkehr ziehen, ich würde mit dieser schwachsinnigen Neuerung jetzt „endgültig“ die Branche kaputtmachen (das „endgültig“ bezog sich auf das vorjährige Angebot „Zug zum Flug“). Natürlich Quatsch, aber nett, dass man jetzt auch bei Thomas Cook anders darüber denkt. Wobei ich zugeben muss, dass es auch nicht einfach war, damals die eigenen Vorstandskollegen von dieser Idee zu überzeugen.
Man muss Innovationen nur richtig durchdenken und über die wahren Kundenwünsche Bescheid wissen. Kein Urlauber fliegt in den Urlaub, um nach 24 Stunden wieder zurückzufliegen. Ich bin mir nicht sicher, aber der Erinnerung nach, haben in den ersten Monaten nur 3 Kunden die Garantie in Anspruch genommen. In mindestens einem Fall war das ein Journalist, er wollte nur den Wahrheitsgehalt der Zusage testen.

Ich blätterte weiter in der Branchenfachzeitung und „das gibt es doch nicht“, schon wieder lächelt mich erneut eine Innovation aus der Touristik-Zeitmaschine an. TUI Deutschland will die vielen Flugzeiten-Änderungen bis kurz vor Abflug minimieren. Auch das war in den 90er-Jahren Bestandteil der 5-stufigen Qualitätsoffensive: keine Flugzeitenänderungen ab 14 Tage vor Abflug.

Wie auch immer, ich finde es toll, dass das Thema Innovationen wieder einen größeren Raum einnimmt. Ebenso finde ich es toll, wenn man Fehlentwicklungen wieder korrigiert und das auch offen benennt, z.B. bei TUI das Thema Marge statt Menge. Ich hatte mehrfach in früheren BBBs darauf aufmerksam gemacht, dass diese Vorgabe auf Dauer falsch sein wird. Ebenso finde ich bei TUI die Erkenntnis prima, bei aller Anerkennung der innovativen neuen Hotelkonzepten, dass einige Lieblingshotels in der Wertschätzung bei den Urlaubern so verankert sind, dass sie bereit wären dafür die Veranstaltermarke zu opfern (falls die Hotels nicht mehr im Veranstalterprogramm sind).

Ich höre jetzt schon das (vorerst noch leichte) Stöhnen bei den Veranstaltern wie Schauinsland oder JT-Touristik (die zuletzt Marktanteile dazugewonnen haben): „So ein Mist auch, jetzt versuchen die Großveranstalter doch tatsächlich wieder näher an den Kunden zu rücken“.

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Einen Fachmann als Touristik-Boss. Wer will denn so etwas?

Für viele mag der (freiwillige?) Rücktritt von Harriet Grenn bei Thomas Cook überraschend gekommen sein, nicht für die BBBs. Kurz zuvor wurde nämlich den BBBs ein Video „zugespielt“. Da erklärte Harriet Green allen Ernstes, sie habe alle 5.000 Kommentare der TC-Mitarbeiter zur letzten Mitarbeiterbefragung persönlich gelesen („fremdsprachliche wurden extra dafür übersetzt“). Da die BBBs unterstellt haben, dass Frau Green nicht schwindele, haben sie schnell nachgerechnet wieviel Arbeitstage Frau Green dafür gebraucht haben könnte, an denen sie sonst nichts anderes arbeiten konnte ( oder doch nur heiße Luft?). Bevor wir zu einem belastbaren Ergebnis kamen, wurde schon gemeldet „Green ist weg“. Ob TC-Chairman Frank Meysman auch gerechnet hat?

Auf jeden Fall fanden wir einen Satz in seiner Pressemeldung besonders erwähnenswert: Nun sei es an der Zeit einen „Branchenfachmann“ mit der weiteren Umsetzung zu beauftragen.
So etwas hatten wir schon lange nicht mehr gelesen.

Gerüchten zufolge soll der neue CEO Peter Fankhauser erklärt haben, 5.000 Kommentare zu der nächsten Mitarbeiterbefragung persönlich zu lesen würde nicht auf seiner Agenda stehen. Er wolle lieber daran arbeiten, dass nicht wieder soviele Kommentare notwendig werden.
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Fundstücke
Trotz mehrfacher Verschiebung des Eröffnungstermines sind immer noch Kabel falsch gelegt, die automatische Brandmeldeanlage funktioniert nicht und die Notstromversorgung ist mangelhaft. Mit einer „Mensch-Maschine-Lösung“ will man diese Probleme vorübergehend überbrücken.
Nein, das ist keine Meldung aus der Zeitmaschine zum BER, sondern eine aktuelle Meldung zum neuen Berliner Superkaufhaus „Mall of Berlin“. Wenn Wowereit dafür nicht verantwortlich ist, muss es an der Berliner Luft liegen.
Das Bezirksamt Mitte hat jetzt zu einem Statusmeeting geladen. Im Unterschied zum BER hat die Mall eine Genehmigung zur „vorübergehenden Eröffnung erhalten“. Dies wurde übrigens mit viel Pyrotechnik gefeiert. Das war auf jeden Fall „Brandgefährlich“.

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Europa ist weiter geworden

Erinnern Sie sich noch an das BBB-Adventstürchen Nr. 19 vom 19. Dezember 2013? Da hatten die BBBs über ein Interview berichtet, das der Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth mit Stefan Pichler, CEO von Fiji Airways und früher CEO von Thomas Cook, geführt hatte.
Zitat:
Frage Spaeth: „Kam für Sie (also Pichler) der Top-Job bei Air Berlin in Frage?“
Antwort Pichler: „Ja, ich wurde darauf angesprochen. Aber ich glaube nicht, dass ich in diese Welt hineinpasse. Dazu ist mir Europa mittlerweile ein bisschen zu eng.“
Seit heute wissen wir: Stefan Pichler wird CEO von Air Berlin. Demzufolge muss Europa weiter geworden sein. Na, ja, zumindest Berlin wird permanent weiter (weltläufiger). Also wenn doch Europa ist nur Berlin entschuldbar.

An dieser Stelle müssen die BBBs eine sehr persönliche (fast unglaubliche) Geschichte über eine magische (?) Stunde einfügen:
Diesjährige ITB. Ich mache einen Rundgang über die ITB. Am Stand der Lufthansa sehe ich Air Berlin-CEO Wolfgang Prock-Schauer mit einem Mitarbeiter der LH-Kommunikation im Gespräch. Als Prock-Schauer weggeht, frage ich den LH-Kommunikationsmann: „Kommt Prock-Schauer zur Lufthansa?“. Antwort des Lufthanseaten: „Nein. Wir kennen uns von früher und haben nur ein wenig miteinander geplaudert“.
Dieser Mitarbeiter aus der LH-Kommunikation war Aage Dünhaupt, seit sechs Wochen Kommunikations-Direktor bei Air Berlin.
Ich gehe weiter und treffe eine halbe Stunde später, am Stand von L´tur, zufällig Stefan Pichler. Da wir uns noch aus Thomas Cook/TUI-Zeiten kennen, plaudern wir ca. 10 Minuten miteinander. Natürlich habe ich nach dem o.g. Interview gefragt. Er etwas vorsichtiger: „Zurück nach Deutschland ist im Moment nicht geplant, aber man weiß ja nie“.
Stefan Pichler wird jetzt CEO bei Air Berlin.
Das heißt innerhalb einer Stunde habe ich zwei Touristiker getroffen, die künftig überraschend für Air Berlin arbeiten/arbeiten werden.

Und jetzt die Frage: ich erinnere mich schwach, dass ich innerhalb dieser magischen Stunde mit noch zwei anderen Menschen gesprochen habe. Die Namen sind mir entfallen. Bitte dringend bei mir melden, Air Berlin sucht Sie.

Nachtrag: Über die Fiji-Inseln tobt mindestens einmal pro Jahr ein schwerer Wirbelsturm. Wer das übersteht, passt zu Air Berlin.

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Dieses Themenhotel hat noch gefehlt….

Es ist manchmal schwierig sich in der „neuen“ Hotelwelt zurechtzufinden. Früher war das einfacher. Von einem Golfhotel hatte man eine klare Vorstellung. Ebenso von einem Wellnesshotel, wenngleich dann oft Erwartung und Realität etwas auseinander lagen. Aber worin unterscheiden sich Themenhotel, Konzepthotel, Designhotel und Lifestylehotel? Da wird es im Detail schon schwierig. Natürlich wollen die Veranstalter da nicht zurückstehen, siehe Sensimar und Sentido. Ob jeder BBB-Leser auf Anhieb weiß, was ist TUI und was ist Thomas Cook? Und was ist genau der Unterschied zu Purivda, Smartline, Primasol, Sunprime oder Viverde?

Wer es etwas ausgefallener will, hat inzwischen eine fast unbegrenzte Auswahl: vom Unterwasserhotel, Gefängnishotel, Baumhotel, Weinfässerhotel, Heuhotel, zum Hotel für Hobbits oder Hotel in einer Boeing 747, in einer Kirche oder in einer Stierkampfarena.

Besonders Pärchen stehen dabei oft im Fokus der Hotelanbieter, z.B. Liebes- oder Lovehotels für Hochzeitspärchen oder solche die es noch werden wollen oder vergessen haben „wie es war“, mit entsprechendem Interieur bzw. Accessoires. Danach kommen die Angebote der Clubhotels für „Kinder die mit ihren Eltern“ verreisen. Einige Jahre später versprechen die „adult only“-Hotels genau das Gegenteil.

Aber in dieser Reihe hat bislang etwas gefehlt. Die Divorce-Hotelkette bietet jetzt Scheidungshotels an. Diese Hotels sind nicht so schrecklich, dass man sich nach einem Aufenthalt vor Schreck scheiden lassen will (bekanntlich ist der 3. Urlaubstag der gefährlichste), sondern richten sich gezielt an Paare, die sich in ihrem Scheidungswillen sicher sind. Sechs Hotels in den Niederlanden und neuerdings eine Luxusherberge in den USA scheinen das Geschäftsmodel zu bestätigen. Bei einem 3-Tage-Hotelaufenthalt wird eine Scheidung quasi über das Wochenende versprochen. Man reist am Freitag als Paar an und am Sonntagabend als Single wieder ab. Dieses Wochenende muss man aber bereit sein, gemeinsam zu verbringen. Natürlich stehen pro Paar zwei Einzelzimmer zur Verfügung. Wenn man dem Hotelchef glauben darf, haben aber auch schon welche im Doppelzimmer übernachtet, „wie es angefangen hat, wollen wir es auch wieder beenden“. Sicherlich nicht im Stil eines Loveroom-Hotels.

Eigentlich wäre doch auch eines der Gefängnishotels dafür geeignet: Gefängnisatmosphäre Freitag und Samstag, um dann am Sonntagabend „entlassen“ zu werden.

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Klaus-Heidi

Jetzt fängt Lufthansa an ganz durchzudrehen. Lufthansa, vielleicht erinnern sich die Älteren noch daran, stand früher für Qualität. Später wurde zeitgemäß (?) der Preis dominierender und neuerdings, noch zeitgemäßer (?), ist Nonsens Trumpf in der LH-Werbung. Aktuelles Beispiel ist ein Gewinnspiel (allerdings nur für Schweden), „Wer seinen Namen in Klaus-Heidi (!) ändert, gewinnt einen einjährigen Gratisaufenthalt in Neukölln“. Gegen diese absolut sinnfreie Werbung ist die manchmal provokante SIXT-Werbung eher ein Kandidat für den Grimme-Preis.
Leider neigen viele Marketing-„Strategen“ zum Nachahmen. Leider! Da in Deutschland Vornamens-Änderungen nicht so leicht vorzunehmen sind wie in Schweden, würde eine Kampagne für den deutschen Verbraucher wahrscheinlich lauten: „Nennen Sie Ihr Kind xxxx und Sie gewinnen …..“.

Ein Blick in die nahe Zukunft:

Thomas Cook:
Nennen Sie Ihr Kind „Thomas-Harriet“ und Sie gewinnen ein Logo/Familien Wappen, speziell für Ihre Familie gefertigt. Anmerkung der BBB: Wenn es so pseudo-innovativ aussieht wie das neue Thomas Cook Logo, hängen Sie es im kleinen „Örtchen“ in Ihrer Wohnung auf. Es macht trotzdem (oder gerade) einen sehr „adeligen Eindruck“.

TUI Deutschland:
Nennen Sie Ihr Kind „Christian-Clemens“ und Sie gewinnen ein Jahres-Abo Köttbullar im nächst gelegenen IKEA-Restaurant.

Ryanair
Nennen Sie Ihr Kind „Crazy-Michael“ und Sie gewinnen ein Jahres-Abo Freiflüge für den europäischen Kontinent. Besonderes Bonbon dabei: Sie müssen nicht mit Ryanair fliegen.

Air Berlin
Nennen Sie Ihr Kind „Paul-Gregor“ (nach Air Berlin-Verkaufsvorstand Paul Gregorowitsch) und Sie gewinnen 1 Jahr lang wöchentlich 100 Air Berlin-Schokoherzen plus ein Trikot der holländischen Nationalmannschaft und 10 Freikarten für Spiele der holländischen Nationalmannschaft. Besonderes Bonbon: Für eventuelle Spiele Holland gegen Deutschland müssen Sie das Trikot nicht anziehen.

FTI (TVG)
Nennen Sie Ihr Kind „Dietmar-Birgit“ (Birgit nach TVG-Geschäftsführerin Birgit Aust) und Sie gewinnen für ein Jahr einen Moderatoren-Job bei sonnenklarTV. Anmerkung der BBB: FTI sind eigentlich keine Nachmacher, deshalb wird es dieses Preisrätsel wahrscheinlich nicht geben.

SIXT
Nennen Sie Ihr Kind „Erich-Regine“ und Sie werden Hauptfigur für eine SIXT-Werbung mit dem Titel „für unsere Werbung machen die Deutschen jeden Schwachsinn mit“.

Und außerhalb der Touristik
DFB
Nennen Sie Ihr Kind „Jogi-Jogi“ und Sie gewinnen eine Reise zur Fußball-WM nach Brasilien. Besonderes Bonbon: Für das Halbfinalspiel gegen Italien oder Spanien bekommen Sie einen Platz im Fanblock Italien/Spanien, damit Sie bei einer WM auch mal richtig mitfeiern dürfen.

Und das härteste Gewinnspiel:
Deutsche Bundesregierung
Nennen Sie Ihr Kind „Angela-Sigmar“ und Sie bekommen eine Einladung zu einer Kabinettssitzung der neuen Bundesregierung.
Anmerkung der BBB: Sie sollten sich mit der Einlösung des Preises nicht zu viel Zeit lassen (auf keinen Fall vier Jahre).

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Sunny Heart oder die „gebogene Schuh-Einlegesohle“

Mit einem Logo ist es so eine Sache. TUI hat den Smiley (was manche Kunden bei einer Reklamation nicht sehr zum Lächeln bringt), DER hat neuerdings den Koffer (wobei in der verkürzten Ansteckversion, nur mit Kofferhenkel, es auch das Logo von einem Telefonanbieter sein könnte) und jetzt hat Thomas Cook Sunny Heart. Neu ist im Prinzip immer gut, wenngleich das vorherige Logo, die Weltkugel, eigentlich schon sehr perfekt zu Thomas Cook passte.

Gut, Sunny Heart ist eigentlich nicht schlecht, weil Sonne und Herz gut zu einem Reiseveranstalter passen. Die Frage sei höchstens, warum sieht „nur“ die Anstecknadel wie ein Herz aus und das Logo selbst eher wie eine gebogene gelbe Schuh-Einlegesohle (auf dem Flugzeug dann eher wie eine fliegende Einlegesohle).

Aber auch das könnte man noch verkraften. Der eigentliche „Schwachsinn“ in dieser Angelegenheit ist der Inhalt der Pressemeldung. Sie ist in einer so verquasten Sprache verfasst (Wer den Begriff verquast nicht kennt = nicht recht begreiflich, schwer verdaulich, unverständlich, unentwirrbar), dass Peter Hinze in THE RECEPTION INSIDER schon vermutete, dass evtl. das Google Translate-Programm oder ein längerer Pub-Besuch daran schuld seien. Die BBBs sind sich sicher, das hat garantiert nicht die deutsche Kommunikationsdirektion geschrieben. Wir verzichten hier auf den kompletten Text der Pressemitteilung, Marketing-Masochisten können ihn leicht im Internet finden. Würden wir an dieser Stelle den vollen Text bringen, würden wir garantiert gleich 90% unserer Leser sofort verlieren.

Beschränken wir uns auf die Kurzform dessen was CEO und CFO der Thomas Cook Group, dazu gesagt haben soll.
„Die Essenz der neuen Marke zeigt, wer die Thomas Cook Group ist und was sie verspricht. Das ist ein bedeutender Meilenstein in unserer High Tech, High Touch Transformation.

Das ist nicht nur die Einführung eines neuen Logos, es ist ein Versprechen. Was wir heute bekanntgeben, ist das erneuerte Versprechen an unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner, dass wir sie in den Mittelpunkt unserer Transformation stellen. Es ist die Essenz dessen, was wir sind.

Unsere neue Markenessenz zeigt Breite und Tiefe der Thomas Cook Group. Sie wird unsere Kunden inspirieren…….“

Da lässt sich auch inhaltlich etwas dazu sagen, z.B. zum „erneuerten“ Versprechen. Das erinnert doch stark an „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort“. Und das wissen wir aus unserer Lebenserfahrung, dass so viel Pathos fast immer schief geht.
Erstaunlicherweise ist auch High Tech und High Touch durch ein Komma getrennt. Soll das nebeneinander stehen?
Der Verfasser dieser Zeilen verwendet diese Begriffe schon seit vielen Jahren im Zusammenhang „von High Tech zu High Touch“. Soll heißen, die perfekte Technik ist inzwischen selbstverständlich, deshalb erwartet der Kunde jetzt „High Touch“. Wobei letzteres nicht eine Kommunikationsform an der abendlichen Bar sein soll, sondern mehr Empathie zum Kunden hin. Nicht die harten Themen machen künftig das Rennen, sondern die „weichen“ Themen. Hervorragend beschrieben hat das der Zukunftsforscher Matthias Horx in seiner Studie „Sensual Society“, erschienen im Jahr 2002 in Wien.
Sollte diese Botschaft elf Jahre von Wien bis nach London gebraucht haben?
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Wir wollen hier nicht das Thema „Bischof von Limburg“ vertiefen, nur einen schönen Aspekt erwähnen. Statt First Class wie nach Indien ist er jetzt mit Ryanair nach Rom geflogen. Die Selbstkasteiung hat anscheinend schon angefangen oder wie es Florian Schröder auf seiner Homepage formuliert: „Schon vor seiner Abberufung ist Limburgs Bischoff Tebarzt-van Elst in der Hölle angekommen“.
Sollte er allerdings viel Gepäck dabei gehabt haben (was man bei ihm erwarten könnte), dann war Ryanair garantiert teurer als Lufthansa.

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Wahlprüfsteine der Tourismuswirtschaft

Mithilfe sog. Wahlprüfsteine hat der Bundesverband der Tourismuswirtschaft (BTW) die Parteien gefragt, wie sie zu den Themen und Anliegen der Tourismuswirtschaft stehen. Es wurden 27 Hauptanliegen definiert wie beispielsweise:
Sind Sie der Meinung, dass die Luftverkehrssteuer ein Ende finden muss?
Werden Sie sich gegenüber den Kommunen für ein endgültiges Aus der Bettensteuer stark machen?
Werden Sie sich für die Weiterentwicklung der Schieneninfrastruktur stark machen?
Werden Sie sich für eine Ausdehnung des Sommerferienkorridors stark machen?
usw. usw.

Einige Punkte waren unterteilt, dass sich damit 41 Fragen an die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grünen, Die Linke und die Piraten ergaben. Die jeweilige Partei konnte entweder mit JA (Zustimmung) oder NEIN (Ablehnung) antworten. Je mehr JA-Antworten eine Partei abgab, desto höher ist also die Zustimmung zu den Forderungen der Tourismuswirtschaft. Komischerweise wurde das Ergebnis dieser Befragung nicht intensiv der touristischen Öffentlichkeit vermittelt. Ob das am Ergebnis lag?
Hier die Reihenfolge der Parteien mit den meisten JA-Stimmen, also höchste Übereinstimmung mit den Wahlprüfsteinen der Tourismuswirtschaft.
1. Piraten 28 JA
2. Die Grünen 25 JA
3. FDP 24 JA
4. CDU/CSU 23 JA
5. SPD 22 JA
6. Die Linke 17 JA.

Liebe Leserinnen und liebe Leser der BBBs, wenn Sie danach Ihre Wahlentscheidung treffen wollen, müssen die BBBs, als besonders kritischer Hinterfrager, Sie noch auf etwas hinweisen. Leider haben die Parteien nicht immer mit JA oder NEIN geantwortet, sondern oft unklar oder mit Einschränkungen. Bedauerlicherweise einige sogar sehr oft, dass man jetzt nicht unbedingt weiß, sind sie dafür oder dagegen. Wenn man diese Antworten, sagen wir mal als „Wischiwaschi“ oder als „sowohl als auch“ wertet, tun sich dabei zwei Parteien besonders hervor:
CDU/CSU hat 17x so Wischiwaschi geantwortet, die FDP 16x.
Komisch, dass dies die Bissigen Bemerkungen überhaupt nicht wundert.
(Der guten Ordnung halber: Die Linke war 11x unklar, Die Grünen 7x unklar, die SPD 6x unklar, die Piraten 3x unklar.)
So, liebe BBB-Leserinnen und –Leser, jetzt wählt mal schön.
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Manche Leserinnen und Leser der BBBs deuten mitunter sachte an, die BBBs könnten einen leichten Hang zur Besserwisserei haben. Ok, damit muss man dann leben. Aber es gibt nun mal Zeitgenossen, da ist es so offensichtlich, dass sie in erster Linie „Schaumschläger“ sind, dass man sich schon wundern muss, wenn diese „Lichtgestalten“ immer wieder auch von der Tourismusbranche hochgelobt wurden. Einer der „Lieblingsfeinde“ der BBBs war deshalb z.B. Thomas Middelhoff. Er hatte nie etwas Präzises zu sagen und wurde immer wieder eingeladen, dieses Nichts vorzutragen.
Über seine Rolle bei Arcandor (Muttergesellschaft von Karstadt und Thomas Cook) urteilte nun das Landgericht Essen. Es verurteile Middelhoff zu einer Schadenersatzleistung in Höhe von 3,4 Mio. Euro wegen unrechtmäßig gezahlter Boni an ihn, wegen unrechtmäßig gezahlten Sponsoring-Gelder an „seine“ Universität Oxford, wegen unrechtmäßig Arcandor in Rechnung gestellte Charterflüge obwohl privat genutzt, um die wichtigsten Punkte zu nennen (lt. Bericht Reuters).
Irgendwie muss unsereiner dann doch seine Genugtuung zum Ausdruck bringen.

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Das haben sich die Flugveranstalter selbst eingebrockt

Da hat das Oberlandesgericht in Celle den Flugveranstaltern aber ganz schön „einen eingeschenkt“. „Unverbindliche Flugzeiten“ in den Reisekatalogen sind nicht mehr erlaubt. Abgesehen davon, dass die Begründung des Gerichtes an einigen Stellen abwegig ist (z.B.: Veranstalter würden gute Flugzeiten angeben, diese später ändern, um dann mit den guten Flugzeiten von zuvor wieder neue Kunden anlocken), haben sich die Veranstalter diese Gerichtsentscheidung selbst eingebrockt.
Natürlich ist es zum Zeitpunkt der Katalogerstellung noch nicht möglich die endgültige Flugzeit festzulegen. Das erwartet der Kunde auch nicht unbedingt. Es ist etwas anderes, das ihn verärgert. Mehrfache Flugzeitenänderungen, teilweise extrem von einander abweichend und mitunter die letzte Änderung direkt vor dem Abflug, konterkarieren, um es deutlich zu sagen, anderweitige Qualitätsaussagen so stark, dass damit manchmal sogar die „hoch gepriesene“ Gesamtqualität der Urlaubsreise ins Negative verkehrt wird. Die Aussage das „müssen“ wir aus Kostengründen so machen, ist genauso wenig zwingend, wie die rhetorische Entschuldigung „das machen alle so“.

Vor vielen Jahren lautete eine von mehreren Qualitätsoffensiven der TUI, wir ändern drei Wochen vor Abflug keine Flugzeiten mehr. Das war eine Qualitätsaussage, die von den Kunden geschätzt wurde. Übereifrige Controller haben einige Jahre später „erzwungen“, dass „bis zum Abwinken“ disponiert wurde. Begründung: Wenn die Konkurrenz diese Zusage nicht macht, können wir es uns auch nicht leisten. Abgesehen davon, dass dahingestellt sein sollte, wer die Maßstäbe setzt (der Marktführer oder die Konkurrenz), kann ein Qualitätsmerkmal, über eine Empfehlung durch das Reisebüro auch zu Mehrumsatz führen. Merke: Zu einem besseren Ergebnis tragen nicht nur Kostensenkungen, sondern auch Umsatzsteigerungen bei. Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser denken, das sei eine Binsenweisheit, dann schauen Sie sich doch mal links und rechts im Wirtschaftsleben um.

Im weiteren Verlauf der Geschichte, wurde das Thema Flugzeitenänderungen immer weiter strapaziert. Da Flugzeiten nun zu einem austauschbaren Produktbestandteil wurden, fand Wettbewerb nun ausschließlich darin statt, den Konkurrenten in der „Dispositionsbrutalität“ zu überbieten (oder besser gesagt zu unterbieten).

Und irgendwann war es soweit. Die vielen Veränderungen waren so leistungsmindernd, dass es kurz oder lang zum Krachen kommen musste. Oder anders ausgedrückt: „Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht“. Jetzt ist er in Celle zerbrochen.

Im Endergebnis gilt es festzuhalten, dass die Veranstalter in diesem Punkt nun noch schlechter dran sind, als sie es jemals (vor Optimierung) waren. Gratulation, das habt Ihr gut gemacht. Wenn die Lösung nun lauten sollte, dann geben wir künftig „alle“ keine unverbindlichen Flugzeiten mehr bekannt, dann ist ein weiterer Schritt auf dem Wege zur Austauschbarkeit erfolgt.

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Am 21.12.2012 ist Weltuntergang: Die BBBs melden schon jetzt die „letzten Worte“ und die „allerletzten Firmenmitteilungen“.

Am 21.12.2012 findet der (diesjährige) Weltuntergang statt. So sagt es zumindest der Maya-Kalender voraus. Schade, dass der Weltuntergang nicht am 24.12. stattfindet, denn das wäre eine schöne Bescherung.
In den nächsten Tagen werden die Medien immer stärker auf das Thema Weltuntergang „abfahren“. Die Bissigen Bemerkungen, weit voraus blickend wie sie nun mal sind, präsentieren Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, schon jetzt exklusiv sog. „letzte Worte“ und „allerletzte Firmenmitteilungen“ aus Touristikbranche und Politik.

Hier das Szenario: 21.12.2012, es ist soweit. Der Weltuntergang entwickelt sich allerdings nicht von Ost nach West (wie der Sonnenaufgang), sondern breitet sich schlagartig beginnend überall auf der Welt aus (nach UTC-Zeit). Sehr langsam, aber stetig, bricht alles zusammen. Internet und TV sind noch fast den ganzen Tag dabei (ist das die Rache Gottes?) und so können sich viele Wichtige und noch mehr Unwichtige äußern:

• Obama ruft laut durch das Weiße Haus: Wo bleibt nur dieser verdammte (im Originalton: fucking) Bruce Willis um die Welt zu retten?
• Bundeskanzlerin Merkel mahnt zur Ruhe. Es bestehe keine Gefahr für den Euro. Im Gegenteil, jetzt müssen Griechenland, Italien und Spanien nicht mehr gerettet werden.
• Lufthansa gibt bekannt: Christoph Franz hat wegen der aktuellen Lage ein neues Sparprogramm verordnet. Tyrolean Airways soll noch mehr Lufthansaflüge übernehmen. Das Sparprogramm soll „direct4all“ heißen. Spötter meinen „nothing4all“ sei ehrlicher.
• Thomas Cook UK gibt eine Gewinnwarnung bekannt: „Wegen des Weltuntergangs fällt das Jahresergebnis deutlich schlechter aus als geplant“. Thomas Cook hatte in den letzten Monaten schon viele Gewinnwarnungen herausgegeben, es gibt inzwischen ein firmeninternes Formular dafür, deshalb war man so schnell.
• Zwei Stunden später meldet sich auch TUI Travel aus London mit folgender Mitteilung: Die Auswirkungen des Weltuntergangs werden nicht im operativen Ergebnis abgebildet. Das Ebit bliebe dadurch stabil und damit auch die Tantieme für Peter Long.
• Die Deutsche Bahn fährt erstaunlicherweise noch relativ viele Strecken. Die Auswirkungen des Weltuntergangs seien bislang noch nicht so schlimm, Schwierigkeiten bei der Bahn gäbe es nur unterhalb von minus 15 Grad oder oberhalb plus 30 Grad (letzteres könnte allerdings gegen Abend erreicht werden).
• 12.00 Uhr mittags UTC Zeit. Die weltweiten Einschränkungen sind gewaltig.
• Antonia Rados berichtet für RTL live gleichzeitig aus Yukatan und noch zwei anderen Orten. Man hatte schon immer geahnt, dass sie ein Double hat.
• ARD kündigt für heute Abend 20.15 Uhr einen Brennpunkt an. Wenn das mal nicht zu spät ist.
• Finanzminister Schäuble überlegt, wie man den Weltuntergang besteuern könne (natürlich nur mit einem ökologischen Steuerungselement). Die FDP ist bereit zuzustimmen, wenn professionelle Abrissunternehmen ausgenommen werden.
• TUI Deutschland gibt bekannt: Alle Pauschaltouristen werden noch zurückgeholt und das Programm für Trauerreisen wird aufgestockt.
• Der Begriff „Last-Minute-Reise“ erhält eine ganz neue absolute Bedeutung.
• Die Kunden (auch die online gebuchten) rufen aus aller Welt bei den Reisebüros an und bitten um Hilfe. Die Reisebüros freuen sich nochmals gefragt zu sein (wenn es auch nur für kurze Zeit sein wird). Die Stimmung ist wie zuletzt beim Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull. Ein Hauch von Ascheregen-Feeling macht sich breit.
• DRV-Präsident Jürgen Büchy ist laut einer Pressemeldung begeistert, wie die Reisebranche bisher mit dieser Herausforderung umgegangen ist.
• 15.00 Uhr UTC, es wird immer schlimmer.
• Verkehrsminister Peter Ramsauer fordert die EU „energisch“ auf etwas zu tun, schließlich sei der Weltuntergang kein nationales Problem. Erfreulich sei, dass trotz der großen Krise, noch viele Bahnhofstoiletten funktionieren würden. Die Pressemitteilung kommt aus seiner Heimat Traunstein (Logisch, der 21.12. ist ein Freitag, da ist der Minister selten in Berlin).
• Hubert Burda will dem Weltuntergang einen Bambi verleihen (eine echte Steigerung zum Integrations-Bambi für Bushido). Aber er weiß nicht wann, wo und an wen er ihn übergeben soll.
• Die touristische Fachzeitschrift fvw gibt bekannt, dass man in der nächsten Printausgabe einen großen Sonderbericht zum Weltuntergang bringen werde, mit dem Schwergewicht auf „warum schwedische Manager mit einem solchen Thema lockerer umgehen als deutsche Manager“.
• Dietmar Gunz gibt bekannt, dass er noch kurzfristig FTI verkaufen konnte. Er will es nach dem Weltuntergang preiswerter zurückkaufen.
• „Reiserechtspapst“ Prof. Führich bringt noch einen Flyer heraus: „Urlauber, Dein Recht beim Weltuntergang“.
• Für das Beschwerdemanagement bei Air Berlin wird ein neuer Rekord angekündigt. Die Antworten kommen jetzt nicht mehr erst nach 5 Monaten, sondern nie mehr.
• 18.00 Uhr UTC, jetzt sieht es draußen richtig furchtbar aus
• Vielerorts steigen Kohlenstoffdioxide nach oben. Einige CO2-Kompensierer wittern noch ein letztes großes Geschäft.
• Die Viverde Hotelgäste der TUI stellen fest: Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit sind auch nicht mehr das, was es einmal war
• Berlins „Regierender Schönredner“ Wowereit frohlockt. „BER ist jetzt überall“.
• Flughafenchef Schwarz erklärt durch seinen Anwalt, dass er für das Weltuntergangschaos nicht verantwortlich sei. Da hat er recht, denn das Untergangsversprechen des Maya-Kalenders ist termintreu eingehalten worden.
• Die BBBs kündigen das Ende der Bissigen Bemerkungen an. Einige in der Branche atmen auf.
• 21.00 Uhr UTC. Das Ende ist nun wirklich da. Es gibt keinerlei Mobilität mehr.
• Der Verfassungsschutz meldet sich. Man habe alte Aufzeichnungen gewisser Mayas entdeckt, die man aber bislang nicht zu deuten vermochte.
• 23.59 UTC. Es macht einen Riesenschlag! Das war`s jetzt. Spätestens jetzt haben endlich alle geschnallt, dass nach einem Weltuntergang nichts mehr geht. Und zwar gar nichts mehr. Pech gehabt.
• Kurz vor Schluss hebt noch ein Raumschiff von der Erde ab. Am Steuer Bruce Willis. An Bord 100 Superreiche auf der Suche nach einer neuen Erde. Sie haben jetzt viel Zeit, auch diese zugrunde zu richten.
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Am 16.1. dieses Jahres hatten sich die BBBs schon einmal kurz mit dem Thema „Reisen zum Weltuntergang“ beschäftigt. Im letzten Absatz hieß es damals „Und wenn Sie noch am Diskutieren und Wetten sind, ob tatsächlich am 21.12. der Weltuntergang stattfinden wird, kleiner Rat von den BBBs. Halten Sie Abstand von Christian Wulff und Philipp Rösler. Bei denen wird der Weltuntergang garantiert noch früher stattfinden“. Zumindest bei Christian Wulff ging einen Monat später (17.2.2012) die Prognose in Erfüllung. Philipp Rösler sträubt sich noch ein bisschen.
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