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Archiv für 2007

So bitte nicht, lieber SPIEGEL

Spiegel online ist normalerweise eine gute Fundgrube für die BBBs. Aber im letzten Bericht über Knut, unser aller Eisbär-Liebling, haben sich die Hamburger Meinungsmacher im Ton vergriffen. Und zwar gewaltig.

Schon die Überschrift des Videos „Der Fall Knut: Abstieg eines Superstars“ ist mehr als tendenziös. Aber absolut indiskutabel ist dann der Schlusssatz in diesem Bericht: „Und jetzt droht ihm noch die Abschiebung nach Hannover!“ Das klingt wie wenn ein Wechsel nach Hannover die „Höchststrafe“ wäre.
Dabei ist Hannover touristisch soooo attraktiv. Zugegeben, vom Autor der Bissigen Bemerkungen stammt der Satz „Das Schönste an Hannover ist der Rückflug nach Frankfurt“. Aber das war früher, schon längst entschuldigt für diesen Versprecher und eines Besseres belehrt.

Lieber Knut, hier sind auf die Schnelle zehn Gründe die für Hannover sprechen:
1. Der Zoo in Hannover ist der schönste Deutschlands. Und du würdest mit Yukon Bay ein neu gebautes Zuhause bekommen speziell für Eisbären, Robben und Pinguine konzipiert. Das wäre dann eine „Super-Eisbärwohnung“ und nicht so eine alte abgelutschte Anlage wie in Berlin.
2. Hannover ist sportlich interessanter, steht in der Fußball-Bundesliga vor Berlin (und das wird so bleiben). Die Berliner Eishockey Mannschaft heißt zwar „Eisbären“-Berlin, aber gibt es auf deren Homepage einen Hinweis zu Knut? Antwort: Nein! Eigentlich eine Beleidigung für den berühmtesten Eisbären der Welt. Das einzige was die Berliner glauben besser zu können, ist das komische Spiel von Alba Berlin. Werfen immer wieder Bälle in einen Korb (der so hoch aufgehängt ist, wie bei uns im Zoo der Heukorb für die Giraffen) und haben noch nicht gemerkt, dass dieser Korb unten ein Loch hat, durch den der Ball immer wieder rausfliegt (etwas schwer von Begriff?).

Die anderen acht Gründe fallen mir im Moment nicht ein, aber die gibt es. Ganz bestimmt.

Lieber Knut. Auf jeden Fall ist unser Zoodirektor schon ganz wild auf Dich und hat Dich auf seiner Wunschliste auf Platz 1 gesetzt. Er sieht sich auch schon nach jungen attraktiven Eisbär-Ladies um. Da wird das Eisbär-Leben dann erst richtig Spaß machen. Sogar unser Ministerpräsident Wulff hat via BILD erklärt, dass er nicht nur in seine Freundin, sondern auch in Dich verKNUTscht sei. Und gleich neben dem Zoo ist auch die Hauptverwaltung der TUI AG, dem größten Reiseunternehmen der Welt. Dort ist so oft „Eiszeit-Stimmung“, auch da würdest Du Dich der Temperatur entsprechend sofort zu Hause fühlen.

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Endlich aufgedeckt: TUI ist kein Reiseveranstalter sondern ein Operettenhaus

Es ist keine böse Verleumdung, die TUI hat mit Pressemeldung vom 11.10. die Geschichte selbst in die Welt gesetzt: das TUI-Operettenhaus.

Im Nachhinein haben es alle zumindest geahnt. Irgendetwas stimmt nicht. Alles was uns bei einem seriösen Veranstalter gewundert hat, macht jetzt plötzlich Sinn: Irrtümer, Täuschungen, gespreizte Würdenträger, spottende Widersacher, aufgeplusterte Staatsaktionen, immer neue Verwechslungen und wer mit wem und wer mit wem demnächst. Alles nachzulesen in einem klassischen Operettenführer („Operette und Musical“, Seehamer-Verlag).
Und warum ausgerechnet Operette und nicht Oper?
Logisch, wenn Opera „Werk“ heißt, dann bedeutet Operette „Werkchen“. Passt!

Man konnte es geschichtlich gesehen auch zu leicht verwechseln, denn die Geburtsstunde der Pauschalreise und die Geburtsstunde der Operette fallen in die gleiche Zeit. Vielleicht sind sich der Erfinder der Pauschalreise Thomas Cook und der als Erfinder der Operette geltende Jacques Offenbach sogar mal begegnet. Die Weltausstellung 1855 in Paris war eine der legendären Reiseerfolge von Cook und im gleichen Jahr war Offenbach Theaterdirektor in Paris.
Ok, von Jacques Offenbach stammt u.a. „Orpheus in der Unterwelt“ und die „Banditen“ (Räuberhauptmann wird Polizeichef), das wird man nicht 1:1 auf oben übertragen wollen.

Man wird in Zukunft etwas genauer auf den Spielplan des TUI-Operettenhauses sehen müssen. Dass „Glückliche Reise“ von Eduard Künneke immer wieder auf dem Spielplan stehen wird, kann kaum überraschen. Aber das „Land des Lächelns“ könnte ein Hinweis sein, wo die nächste Großfusion stattfindet (siehe BBB vom 30.9. 07 „Blick zurück aus der Zukunft“). In dieser Hinsicht ist die Operette „Mikado“ auch kein Hinweis auf das Arbeitsverhalten bestimmter Abteilungen, sondern eher ein Hinweis in welchem Land der übernächste Kooperationspartner zu finden sein wird.

Inzwischen haben sich auch schon erste Fremdfirmen gemeldet, die gerne Gast-Aufführungen produzieren wollen. So soll der Flughafen Münster/Osnabrück an der Johann Strauss Operette „Die Fledermaus“ interessiert sein. VW interessiert sich angeblich für „Die lustige Witwe“ von Franz Lehar (Zitat: Weil man den ganzen lieben Tag, nicht immer im Büro sein mag….. Da geh ich zu Maxim, dort bin ich sehr intim, ich duze alle Damen, ruf sie beim Kosenamen ….).

Sollte aber eines Tages der „Bettelstudent“ aufgeführt werden, sollte man sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen. Denn eines ist klar „Wie einst im Mai“ wird es nie mehr werden.

Inzwischen gibt es schon Vorschläge im TUI Operettenhaus auch Musicals aufzuführen. Aus Amerika kommt der Wunsch nach „Annie Get Your Gun“. Aber Vorsicht hinter Buffalo Bills wilder Truppe könnte sich Guy Wyser-Pratte verstecken. Überraschender Weise hat auch Thomas Cook nach einer Gastvorstellung von „Jesus Christ Superstar“ angefragt. Dass die kurz vorher noch eine Namensänderung in „Middelhoff Superstar“ vornehmen würden, darf als sicher gelten.

Um das TUI Operettenhaus bekannter zu machen wurde die Internetseite www.einmal-verrueckt-sein.de eingerichtet. Eigentlich keine schlechte Idee, wenn man von der Verwendung des Wortes „einmal“ absieht. Dort kann man sich mit einer eigenen Interpretation des Udo-Jürgens-Songs „Ich war noch niemals in New York“ bewerben und wenn man Glück hat, kann man eine Reise nach New York gewinnen.
Im Moment liegt auf dem 2. Platz die „berühmte“ Johanna Malcherek (bekannt durch ihren RTL-Auftritt mit „Ich hab’ die Haare schön“ und entblößtem Busen). Ihrem Song „Da singt man hin“, kann man mit einer nur leichten Abänderung zustimmen: Da sinkt man hin!

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Wyser-Pratte: Böser Wolf oder braves Rotkäppchen?

Der 67-jährige US-Investor Guy Wyser-Pratte ist nach eigenen Angaben mit ca. 1% bei TUI eingestiegen. Dieses eine (!) Prozent genügte um ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald zu verursachen. Wenn man eine erste nüchterne Zwischenbilanz zieht, stellt sich aber die Frage, ob er wirklich ein „böser Wolf“ ist. Mit seinem Auftritt hat er eigentlich bislang nur Geschenke verteilt.

Guy Wyser-Pratte, zwei Meter groß, ehemaliger Marine, ein begnadeter Selbstdarsteller und richtiges Großmaul (FAZ: Geschäftsmodell Hamburger Fischverkäufer), ist so etwas wie die Hardcore-Ausgabe von Ryanair-Chef O`Leary. Er gefällt sich in der Rolle des „bad guy“ und das gefällt wiederum den Medien. Und letztere sind wichtig, denn nur durch den Verstärker der Medien funktioniert seine Strategie.

Sein Engagement bei IWKA (heutiger Namen Kuka) war erfolgreich und hat seinen krawalligen Stil auch in Deutschland bekannt gemacht. Auch bei Cewe Color in Oldenburg gab es die berühmte bad guy-Schlammschlacht, aber auch eine (bislang) blutige Nase. Gegen TUI spielt Wyser-Pratte jetzt erstmals in der 1. Liga und jeder Sportfan weiß, da spielen auch die Gegner notfalls etwas härter. Und Frenzel hat Erfahrung im Umgang mit Hedge-Fonds. So konnte man noch im Oktober letzten Jahres über den ebenfalls krawalligen Einstieg des Hermes Fonds bei TUI lesen: „Wenn Hermes eingreift, müssen Manager zittern“. Inzwischen steht die Abwehrmauer bei TUI mindestens so gut wie beim gesponserten Fußballclub Hannover 96 und Hermes hat sich wieder frustriert verabschiedet.

Also was können wir heute als Zwischenbilanz der Aktivitäten von Wyser-Pratte feststellen: Der Kurs der TUI-Aktie ging raketenmäßig bis zu 8% nach oben.
Das bedeutet:
1. Wysser-Pratte hat nach eigenen Angaben 40 Mio. Euro investiert, also virtuell in wenigen Tagen einige Milliönchen Euro verdient.
2. Alle TUI-Aktionäre sind virtuell reicher geworden. Jene die direkt nach dem Einstieg verkauft haben, sind sogar real reicher geworden.
3. Die TUI ist innerhalb weniger Tagen um einige Hundert Millionen Euro wertvoller geworden.
4. Auch die Aktienoptionen des TUI-Vorstands sind wertvoller geworden.

Ist er nicht doch ein good guy der liebe Guy Wyser-Pratte? Er ist gar kein böser Wolf, sondern wie ein besonders gutes Rotkäppchen hat er Kuchen und Wein nicht nur für die Großmutter sondern für alle dabei.

Das Spielchen wird noch ein paar Wochen (Monate) dauern, dann wird Wyser-Pratte wieder verschwinden (mit einigen Millionen Kursgewinn in der Tasche). Für die anderen Aktionäre geht es jetzt nur noch darum, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Und der TUI-Vorstand muss „den Geruch von Napalm“ (Zitat Wyser-Pratte) wieder aus der Nase bekommen.

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Blick zurück aus der Zukunft

Etliche touristische Magazine feierten zuletzt 25jähriges Jubiläum. Anlass für die BBBs mal selbst vom eigenen fiktiven 25jährigen Jubiläum aus der Zukunft zurück zu schauen. Und so könnten die BBBs im Jahre 2026 aussehen (die Erstausgabe der BBBs erschien am 1.3.2001!). Ich weiß, ein Horror für manche, dass es noch 19 Jahre lang die die BBBs geben sollte.

Heute ist der 28. Februar 2026. Morgen soll die 25-Jahre-Jubiläumsausgabe der Bissigen Bemerkungen erscheinen und ich habe meinen Jubiläumsbericht noch immer nicht ins web 4.0 eingestellt. Dabei hapert es nur noch ein wenig mit der neuen Technik. Das web 4.0 ist die Weiterentwicklung von Second Life, aber mit einer wesentlichen Verbesserung. Wer „in web 4.0 drin ist“, erlebt die eingestellten Geschichten aus der Erlebnissicht dessen, der sie original erlebt hat. Deshalb gibt es den sog. Emotionsfilter, mit dem man steuern kann, wie viel von den eigenen echten Emotionen man preisgeben will und entsprechend von Dritten miterlebt werden dürfen. Und ich möchte nicht, dass alle mitbekommen, dass ich letzte Woche leider doch etwas ängstlich war, bei „meinem“ Erlebnis.

Aber ein Bekannter von mir hier im „TravelCenter Hannover plc“ hat mir versprochen, bei der Einstellung des Emotionsfilters zu helfen. Beim Betreten des TravelCenters denke ich zurück, wie die Branchen-Diskussion tobte, als so um 2010 sich viele Reisebüro zu sog. „TravelCenter“ zusammenschlossen und sich natürlich als „plc in London“ registrieren ließen, weil dies damals gerade so schick war. Aber dadurch hatte sich die Akzeptanz der dort angestellten TravelScouts dramatisch erhöht. Kaum noch jemand traf seine Reiseentscheidung ohne Rücksprache mit „seinem TravelScout“. Sie gehören seit dieser Zeit zum Lebensstandard wie der Personal-Fitness-Coach oder der persönliche Gesundheits-Manager.

Das TravelCenter Hannover plc verkauft immer noch zuerst TUI, obwohl sich bei TUI viel geändert hat. Vor 6 Jahren hatte TUI den größten chinesischen Veranstalter aufgekauft und ihr Geschäft TUI Travel London dort eingebracht, mit dem neuen Firmensitz in Shanghai und unter Führung der Chinesen. Zur 5-Jahres-Jubiläumsfeier war ich nach Shanghai geflogen, einer meiner wenigen „realen“ Flüge. Durch den verschärften Klimaschutz sind Flüge pro Person sehr limitiert. Zum Glück konnte die von der Weltklimakonferenz geplante besonders rigide Limitierung für ältere Menschen nicht durchgesetzt werden. Schließlich gehöre ich zu der von den Marketing-Fuzzies besonders umworbenen Power-Consumer-Group „75 plus“.
Trotzdem verreise ich zunehmend nur noch virtuell. Es ist einfach sympathischer. Ich habe keine Lust fast nackt in den Flieger zu steigen, nur um den Sicherheitswahn an den Flughäfen zu überstehen.

Beim Thema Jubiläumsfeier fällt mir noch eine Geschichte zu Thomas Cook ein, auch wenn sie schon etwas länger zurück liegt. Am 22. November 2008 feierte Thomas Cook anlässlich des 200. Geburtstages von Namensgeber Thomas Cook eine Riesenparty in London. Dazu muss man wissen, dass in den Monaten zuvor Thomas Cook sich an allen Airlines und Hotels beteiligte, die nicht bei 1-2-3 auf den Bäumen waren (aber immer unterhalb 50%). Thomas Cook Chairman Thomas Middelhoff erklärte an jenem Abend, dass seine Asset-Light-Strategie nun perfektioniert sei und er getrost seinen geplanten Abschied in Angriff nehmen könne. Dass Lufthansa und TUI im nächsten Jahr unter dem Namen Condor eine Tourismus-Luftfahrt-Gegenallianz aufbauen wollen, würde ihm nur ein Lächeln abringen. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, dass zwei Jahre später nochmals Thomas-Cook-Ex-Manager Wolfgang Beeser bei Thomas Cook einspringen musste. Na, ja, Sie erinnern sich sicherlich noch warum.

Inzwischen ist auch bekannt warum Willy Verhuven bei Alltours und Dietmar Gunz bei FTI viel länger in ihren Betrieben blieben als ursprünglich geplant. Ihr gemeinsamer Kommentar: „eine Branche mit einem so hohen Unterhaltungswert und so wenig Druck von Touristik-Konzernen auf uns“ ist doch viel schöner als irgendwo in südlichen Gefilden im Schaukelstuhl zu sitzen.

Sorry, jetzt bin ich leider etwas von meinem geplanten Thema abgeschweift, das ist wohl altersbedingt. Dabei würde ich noch so gerne davon berichten, wie sich 2015 in der Schweiz Kuoni und Hotelplan zu Kuonplan zusammenschlossen (der alternativ angedachte Namen Hoteloni wurde abgelehnt, weil er weniger nach Reiseveranstalter, sondern mehr nach italienischer Pasta klang). Oder ebenfalls sollte nicht unerwähnt bleiben wie 2017 Peter-Mario Kubsch eine Party gab, anlässlich der Ablehnung des 25. Kaufangebotes eines Großveranstalters für Studiosus.

Aber ich bin immer noch aufgewühlt von „meinem“ Erlebnis von letzter Woche. Da stand mal ausnahmsweise wieder eine reale Reise an. Komisch, beim realen Reisen habe ich immer noch nicht mein Reisefieber abgelegt im Unterschied zu meinen virtuellen Reisen.

Aber jetzt will ich endlich von „meinem“ Erlebnis von letzter Woche berichten. Wow, ich habe ein paar Tage Urlaub im Weltraumhotel gemacht und mir den größten Traum meines Lebens erfüllt: Einmal die Welt als Kugel von oben zu sehen. Einfach traumhaft! Sensationell! Und eigentlich preiswert. Da das Weltraumhotel die Erde in 93 Minuten umrundet, erlebt man eine Nacht auf Erden im Weltraumhotel gleich 13mal.

Ich hatte mich für einen Flug mit Virgin Galactic entschieden. Für „mein“ Erlebnis dachte ich mir, muss ich mir die Gesellschaft mit der größten Weltraumerfahrung leisten. Es war schon ein Wahnsinns-Gefühl, als der Geschwindigkeitsanzeiger in der Kabine in irrem Tempo auf die zum Verlassen der Erdatmosphäre notwendigen 28.000 Km/h stieg. Das hat mich ein wenig an meinen ersten Flug mit der Concorde in den 90er-Jahren erinnert, mit dem Hüpfer von London nach New York. Alle starrten damals auf die Geschwindigkeitsanzeige in der Kabine: Mach 1, toll, dann Beifall bei Mach 2. Kinderkram gegen die heutige Geschwindigkeit. Aber so eng wie in der Concorde ist es in diesem 110sitzigen Weltraumflugzeug auch.

Ok, endlich hat mein Bekannter das mit dem Emotionsfilter hinbekommen. Jetzt rein mit meinem Weltraum-Erlebnisbericht in das web 4.0 und dann „ein Gläschen Sekt geöffnet“ (wie es mal ein früherer deutscher Politiker nannte, der gerade vor ca. 20 Jahren in Pension ging) zum 25-jährigen Jubiläum der BBBs. Eins, zwei Jährchen BBBs werde ich schon noch schaffen.

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Kuck´ mal wer da ein Cookie werden will

Air Berlin will Condor übernehmen, das war keine Überraschung.
Thomas Cook will sich mit 29,99% an Air Berlin beteiligen, das war schon eine Überraschung.
Aber das ganze hängt noch ziemlich in der Luft, das ist wiederum keine Überraschung.

Diese Branche wäre nicht diese Branche, wenn sie nicht immer aufs Neue Überraschungen bieten würde. Wer diese Woche auf der Air Berlin Pressekonferenz „nur“ Neuigkeiten zum Deal Air Berlin/LTU erwartet hatte, wird sich bei der Podiumsbesetzung schon gewundert haben.
Aber hatte nicht Manny Fontenla-Novoa, CEO von Thomas Cook, die letzten Wochen ununterbrochen von Zukäufen in Deutschland gesprochen? Und alle hatten gerätselt welcher Veranstalter damit gemeint sein könnte. Aber keiner hatte an eine Airline gedacht.

Konnte man auch nicht. Hatte doch Thomas Middelhoff immer wieder seine Theorie von „Asset Light“ gebetsmühlenartig heruntergerasselt. Ok, bei Karstadt hatte er sich von den Assets, sprich Immobilien, getrennt (die Kostenquittung werden spätere Managergenerationen bezahlen!). Aber in der Touristik kann davon wohl nicht die Rede sein. Ein bisschen Aldiana verkauft und da noch ein kleines Hotelchen und dort noch ein Hotelchen, das war`s. Aber die großen Hotelbeteiligungen blieben unangetastet und bei Condor hatte er sogar noch von Lufthansa zugekauft. Aber jetzt, Trommelwirbel, Trommelwirbel, großer Auftritt Middelhoff. Originalton: „Der Verkauf von Condor ist ein weiterer Schritt in unserer sehr konsequenten (bei ihm ist alles „sehr konsequent“) Asset Light Strategie.“ Man will dem großen Meister ja nicht zu Nahe treten, aber 75%-Anteil Condor abgeben, gegen 30% Kauf von Air Berlin ist Asset Light? Eigentlich eine Beleidigung für Air Berlin!

Nächste berechtigte Frage! Wurde da nicht die „Rechnung ohne den Wirt“ sprich Lufthansa, gemacht? Auch da hat Meister Middelhoff sehr lässig die passende Antwort parat: „Kein Problem, dann geht eben Condor an die Lufthansa und wir bekommen 600 Mio. Euro von denen“. Man hatte in diesem Moment das Gefühl, dass diese Lösung ihm ohnehin lieber wäre. Manager oder Heuschrecke, das ist hier die Frage! Oder Heuschrecke mit Managergesicht?
Arme Condor, plötzlich nur noch Objekt zu sein.

Für Achim Hunold aber schon mal ein kleiner Vorgeschmack, was es künftig heißt, ein „Drittel-Cookie“ zu sein. Außerdem bekommt Thomas Cook nicht nur zwei Non-Executives bei Air Berlin, sondern auch einen Sitz im Executive Board. Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass dies Condor-Chef Ralf Teckentrup sein wird. Nachdem er jüngst Hunold als Präsident des neuen Bundesverbandes der deutschen Fluggesellschaften nachfolgte, wäre die Nachfolge als CEO Air Berlin der nächste logische Schritt. Die Berliner Morgenpost hat ohnehin das „Gerücht“ Hunold wird Chairman der Air Berlin Group wieder aufleben lassen. Die Logik dahinter ist nicht von der Hand zu weisen, wäre Hunold doch dann auf „einer Höhe“ mit Thomas Middelhoff und Michael Frenzel.

Ach, fast hätten wir es vergessen. Das ganze soll 2009 (!) über die Bühne gehen. Da wird noch viel Wasser den Rhein und die Leine runter fließen. Wie wir Michael Frenzel kennen, wird dieser Thomas Cook-Akt sofort einen neuen TUI-Akt auslösen und wie lange sich Mayrhuber den Luxus leistet nur zuzusehen ist auch dahingestellt. Laut Spiegel wäre Mayrhuber zwar bereit sowohl seinen 24,9%-Anteil an Condor als auch sein Vorkaufsrecht auf die 75,1% des Karstadt-Anteils an Condor zu verkaufen. Aber auf keinen Fall wolle er den Namen Condor abgeben. Ob demnächst zwei (Dax-) Elefanten zusammen ein Condor-Tänzchen wagen?

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Es gehört nicht direkt zur Geschichte, aber dieses Zitat ist einfach zu schön um der Vergessenheit anheim zu fallen. Achim Hunold antwortet im Spiegel-Gespräch auf die Frage ob er sich schon mal in die Vor-Börsen-Zeit zurückgewünscht habe u.a. „In meinem ganzen Leben habe ich nie etwas Unrechtes getan“. Ohne Not, nur so.
Da behaupten die BBBs: Ein deutscher Top-Manager, der noch nie etwas Unrechtes getan hat, ist ein so unbekanntes Wesen wie das Bachneunauge (siehe BBBs von letzter Woche).

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Was macht eigentlich das Bachneunauge am Flughafen Münster-Osnabrück? Es holt sich die Mopsfledermaus zu Hilfe.

Am 11.1.2004 berichteten die BBBs über „Wie schützenswert ist das Bachneunauge am Flughafen Münster-Osnabrück?“. Es war mehrere Monate lang eine der am meisten gelesenen Bissigen Bemerkungen. Die Geschichte klang ja auch eher nach „Vorsicht Kamera“ denn nach Realität. Die vorgesehene Startbahnverlängerung des Flughafens muss den Eltingmühlenbach überqueren. Ausgerechnet hier wird das Bachneunauge vermutet (gesehen hat es bislang noch niemand). Deshalb sollten auf einer Länge von 390 m Lichteinlassfenster in die Startbahn eingebaut werden. Kostenpunkt dieser Maßnahme schlichtweg ca. 10 Millionen Euro.
Also wollten die BBBs mehr als drei Jahre danach sich mal erkundigen, wie es dem Bachneunauge in seinem lichtdurchfluteten Zuhause eigentlich so geht und erlebten dabei eine riesengroße Überraschung.

Vielleicht sollte man vorausschicken, dass das Verhältnis der BBBs zu diesem max. 15 Zentimeter großen Tier etwas ambivalent ist. Zum einen erweist sich dieses primitive Wirbeltier als extrem veränderungsunwillig, sowohl was die persönliche als auch die räumliche Veränderung betrifft. Damit nimmt sich der Rundmäuler aber Rechte raus, um die ihn jeder Hartz IV-Empfänger nur beneiden kann. Zum anderen ist das Bachneunauge aber wiederum ein sehr bedauernswertes Tier, denn das „Erwachsensein“ dauert nur wenige Monate, in denen es weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nimmt. Der erste Geschlechtsakt in dieser Zeit ist auch gleichzeitig der letzte und damit einzige. Kurzum; tauschen möchte mit diesem Urvieh niemand. Darüber hinaus ist sein Name Bachneunauge eine einzige Lüge, denn von seinen neun Öffnungen auf jeder Seite kann in Wirklichkeit nur eine als Augenöffnung bezeichnet werden. Ein erhöhter Lichtbedarf ist somit durch nichts zu begründen.

Egal wie auch immer. Die 10 Mio-Lichtschächten waren in der Planung des Startbahnausbaus enthalten und damit schien ökologisch alles ok, wenn auch schwachsinnig.

Aber die Naturschützer gaben sich damit nicht zufrieden und klagten. Im Juli 2006, also 2 ½ Jahre nach Erscheinen der BBBs, verkündigte das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen die Ablehnung der Klage.

Dabei hatten die Kläger jede Menge Gutachter aufgeboten, die aber eines gemeinsam hatten, den Konjunktiv, vorzugsweise den Konjunktiv II. Beweisen konnten (und wollten) sie nichts. Aber das Bachneunauge bekam jetzt argumentative Tier-Gesellschaft. „Das überbaute Teilstück würde zu einer Teilung der Steinbeißerpopulation führen. Die Austauschbeziehung könnte erheblich beeinträchtigt sein“. Ein Hauch von DDR – Mauer erscheint da vor dem geistigen Auge. Und ebenfalls am Rande im Spiel erschien die Mopsfledermaus. Da wurden in der Klage „Aspekte der Gefährdung von Fortpflanzungsgemeinschaften“ erwähnt. Weiß die Fledermaus, was das wiederum für ein Sexualleben ist.

Aber mit unglaublicher Akribie gingen die Richter jedem auch noch so schwachen Argument der Kläger nach, um dann auf über 60 Seiten die Ablehnung zu begründen. Die Lektüre dieses Schriftstücks weckten bei den BBBs eine Mischung von Hochachtung und Mitleid und die feste Überzeugung, dass Verwaltungsrichter heutzutage auch kein erstrebenswerter Job ist.

Die Presse titulierte danach „Gericht macht Bahn frei für FMO-Ausbau“. Weit gefehlt. Im Mai 2007 gab das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde des Naturschutzbundes gegen die Nichtzulassung der Revision statt.

In dieser neuen Begründung wird das arme Bachneunauge überhaupt nicht mehr erwähnt. Logisch, wie immer man das Blatt wendet, mit seinen Lichtschächten wäre (man beachtet den ironischen Konjunktiv) das Tierchen, von dem kein Mensch weiß, ob es überhaupt lebt, klar überversorgt.

Da beobachteten die nordrhein-westfälischen Tierschützer voller Bewunderung die grandiose Leistung einer nur 40 Millimeter großen Fledermaus, der sog. „Kleine Hufeisennase“ in Dresden. Was Bürgerinitiativen nicht schafften, was sogar die Drohung der Aberkennung des Status Weltkulturerbe durch die UNESCO nicht schaffte, der kleine fliegende Winzling schaffte es: den Bau der seit fast hundert Jahren umkämpften Waldschlösschenbrücke in Dresden zu stoppen. Vier Tage vor Baubeginn hatte das Verwaltungsgericht Dresden der Klage von Naturschutzverbänden stattgegeben und einen einstweiligen Aufschub verhängt.

Ergo, in seinem 25seitigen Schriftstück der Anwälte der NABU gegen den Startbahnausbau in Münster-Osnabrück wimmelt es jetzt nun von Fledermäusen aller Art und dem in diesen Kreisen beliebten Konjunktiv II. Der „genialste“ Satz in Augen der BBBs lautet darin: „Erhebliche Beeinträchtigungen –das Vorhandensein der Fledermäuse unterstellt- hält der Gutachter für möglich bei Mopsfledermaus, Teichfledermaus, Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Fransenfledermaus, Wasserfledermaus.“. Wobei die Kläger nicht das Vorhandensein wenigstens eines dieser Tierchen beweisen wollen. Nein, der Flughafen soll beweisen, dass keines der Tiere vorhanden ist. Ein Glück, dass die Mopsfledermaus ein nachtaktives Tier ist, größere Beleuchtungsanlagen werden deshalb wohl nicht gefordert werden.

Und so wartet der Flughafen Münster-Osnabrück nun schon im 13. Jahr nach Antragstellung auf seine Startbahnverlängerung. Erinnert sich noch jemand wie unsere Kanzlerin auf dem letzten BTW-Gipfel voller Stolz auf das „Infrastrukturbeschleunigungsgesetz“ verwies?

Übrigens für die Schallschutzmaßnahmen an den Nachbarorten wurden nur 700.000 Euro veranschlagt. Klar, da wohnt ja auch nicht das Bachneunohr.

Sie sollten jetzt kurz darüber lachen (auch wenn es zum Weinen ist), sonst erscheint Ihnen heute Nacht im Traum alles durcheinander, Mopsfledermaus, Bachneunmaus, Neunaugenmaus, Fledermopsauge, Gutacher-Mausohr bis hin zum NABU-Vampir.

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Wenn nichts mehr hilft, muss man eben Opfer bringen

Nepal Airlines opferte zwei Ziegen für einen pannenfreien Flug.
Bei deutschen Fluggesellschaften gelten Opfergaben für den Erfolg schon lange als Erfolgsrezept.

Nepal Airlines war in letzter Zeit „nicht gerade vom Glück begünstigt“. Korruptionsskandale und Misswirtschaft schüttelten das Unternehmen. Von ihren zwei Boeing 757, ist z. Z. auch nur eine flugfähig. Vor dem Flug der zweiten B 757 von Katmandu nach Hongkong verneigten sich Vertreter der Airline vor dem Flugzeug und opferten zwei Ziegen um einen Hindu-Gott zu besänftigen.
So außergewöhnlich ist das mit „Opfer bringen“ um Erfolg zu haben auch bei unseren deutschen Fluggesellschaften nicht.

TUI hat vor dem Start von TUIfly die Namen Hapagfly und HLX geopfert.
Air Berlin hat vor kurzem um trouble zu vermeiden ihre Abneigung gegen Gewerkschaften geopfert
Ryanair hat schon lange die Freundlichkeit an Bord und an der Hotline geopfert
Germanwings hat seinen anständigern Umgang mit säumigen Zahlern geopfert (Mahngebühr 50 Euro!!)
Condor hat seine klare Gepäckregelung geopfert (Es gibt jetzt Freigepäck-Pakete, die nicht frei sind, sondern etwas kosten??!)
LTU ist dabei ihre Identität zu opfern um zu überleben.

Zum Schluss noch grundsätzliches zum Thema Opfer und zwar von unserem guten alten Goethe:
Wie schwer ist es,
dass der Mensch recht abwäge,
was man aufopfern muss gegen das,
was zu gewinnen ist! (aus Die Wahlverwandtschaften).

Schlussbemerkung:
Ursprünglich sollte hier die Frage kommen:
Was ist der Unterschied von Nepal Airlines zu den o.g. Fluggesellschaften?
Antwort: Bei Nepal Airlines hat das Opfer geholfen!
Aber das wäre dann doch zu hart gewesen. Betrachten Sie diese Bemerkung deshalb als nicht geschrieben.

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Um die BBBs von nächster Woche zu verstehen, sollten Sie nicht nur wissen was eine Mopsfledermaus ist. Machen Sie sich auch sachkundig über die Hufeisennasenfledermaus, Mückenfledermaus und die Zweifarbfledermaus. Außerdem gehen wir der Frage nach was eigentlich aus dem Bachneunauge geworden ist. Diese Tiere haben alle eines gemeinsam: Sie leben grundsätzlich nur dort, wo gerade gebaut werden soll. Zumindest virtuell leben sie dort. Gesehen hat sie niemand. Aber dazu nächste Woche mehr.

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Das Riesenrad von London

Am 19.6.2007 startete Thomas Cook an der Londoner Börse, ab jetzt (3.9.2007) ist auch TUI Travel an der Londoner Börse zuhause.
Neben dem sog. London Eye (mit 135 m Höhe das bis vor kurzem größte Riesenrad der Welt) wird nun auch das größte touristische Riesenrad der Welt in London gedreht.

Diese jetzt erreichte Sternstunde deutscher Touristik in London in Fortsetzung von Tigges, Scharnow, Degener, Seifert, Lepach, Fischer u.v.a. auf TUI-Seite, sowie Haum, Pagnia, Kratz, Beeser und ebenfalls vielen anderen auf Neckermann-Seite, bedarf einer ausdrücklichen Würdigung durch die Bissigen Bemerkungen:
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So, das war`s mit der Würdigung.

(Siehe hierzu auch die BBBs „very british“ – und „Aufgedeckt: Die Geschichte vom Trojanischen Pferd beim Kauf britischer Touristik-Firmen“)

Demnächst berichten die BBBs über die Mopsfledermaus und ihre Einwirkungen auf den Flugverkehr in Deutschland. Das wird allerdings auch nicht lustiger.

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Wie täusche ich meine Kunden?

In der Preisangabenverordnung (PAngV) steht in § 1 u.a. „…. wer als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise).“ Wer sich heute noch nicht geärgert hat, sollte sich in diesem Zusammenhang die Preisangaben einiger Billigfluggesellschaften, insbesondere von Ryanair und easyJet, mal anschauen. Aber vielleicht können unsere englischen Freunde ganz einfach keine deutschen Gesetzestexte lesen.

Neuerdings muss man bei Ryanair und easyJet für jedes Gepäckstück außerhalb des Handgepäcks zahlen. Nicht erst jetzt nehmen die Zuschläge einen Umfang an, der fast höher ist, als die vor 14 Tagen hier besprochenen „aggressiven Preise“ der Billig-Veranstalter.

Hier eine kleine Zusammenstellung der bisher möglichen Zuschläge (wahrscheinlich nicht vollständig) und anschließend eine Darstellung welche Zuschläge wir in Kürze noch erwarten dürfen:
Der Flug kostet „fast nix“, aber hinzu kann kommen:
1. Gepäckgebühr auf aufgegebenes Gepäck
2. Verpflegungsgebühr für Essen an Bord
3. Kreditkartengebühr
4. Online-Check-In-Service, auch für „bevorzugte Behandlung“ genannt. (Über diese Bezeichnung darf kurz gelacht werden!)
5. Premium-Boarding, sog. „Schneller an Bord-Gebühr“
6. Kleinkindergebühr (bis 2 Jahre)
7. Government Tax:
8. Airport tax
9. Ins und Wchr Levy (diese Gebühr wurde bei Ryanair gefunden. Sie beträgt nach PMI beispielsweise 5,79 Euro/Flug und beinhaltet „Aviation Insurance Levy“, lt. Angabe „wegen 11. September 2001“ und eine „Wheelchair Levy“, die obligatorisch von jedem Passagier zu zahlen ist, ob er einen Rollstuhl in Anspruch nimmt oder nicht. Da sollte doch jeder Passagier diese schöne Leistung auch in Anspruch nehmen. Umgekehrt pocht Ryanair ja auch darauf jede Sonderleistung extra zu berechnen.)

Mit welchen Gebühren haben die Passagiere demnächst zu rechnen?
Homepage Auskunftsgebühr
Einsehgebühr für die allg. Geschäftsbedingungen
Handgepäckgebühr
Übergewichtsgebühr (für Passagiere die oberhalb des Durchschnittsgewichtes liegen).
Sitzplatzbenutzungsgebühr
Ablagefachnutzungsgebühr
Gebühr für ein Lächeln der Flugbegleiter, sog. Freundlichkeitsgebühr
Beratungsgebühr vor dem Start (Erklärung der Sicherheitsanweisung)
Gebühr für Rettungs-Anrechtskarte (für den Notfall)
Korkengeld (für mitgebrachtes eigenes Essen)
Bordtoilettebenutzungsgebühr (siehe hierzu frühere BBB: http://karl-born.de/bbb/archiv/news-archive-29-1-2006.html)
Rückbestätigungsgebühr (für den Rückflug)
Gepäcksuchgebühr (für verloren gegangenes Gepäck)
Beschwerdebearbeitungsgebühr (für die eigentlich obligatorische Beschwerde)

Und das ist den BBBs außerdem noch aufgefallen:

Am Flughafen in Mallorca sind fast alle Billigfluggesellschaften nebeneinander stehend versammelt. Die Bemalung dieser Airlines ist ja „unglaublich kreativ“, auf jedem Flieger steht xxx.com. Uniformer geht es nicht mehr. Da ist man schon positiv überrascht, wenn die Flugbegleiter in den Haaren nicht auch noch „dot.com“ eingefärbt haben.

In der ersten Sitzreihe einer solchen dot.com-Gesellschaft fragt eine Frau nach „Spiegel und Stern“ und ist sauer, dass es diese Illustrierten an Bord nicht gibt. Laut tönt sie, sie werde „sich bei der Geschäftsleitung beschweren“! Trockener Kommentar des Flugbegleiters: „tun Sie das aber bitte schriftlich“. Da sind wohl beide noch nicht in der Neuzeit angekommen. Die Frau, die glaubt die erste Reihe sei die Business-Class der Billigfluggesellschaft und der Flugbegleiter, der glaubt auf eine solche Beschwerde würde seine Firma antworten.

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Überleben wie eine Qualle?

Zitat aus einem Focus-Bericht über Quallen:
„Ohne Hirn und ohne Herz haben sie sich als Erfolgsmodell der Evolution etabliert. Ohne Skelett (sprich Rückgrat, Präzisierung durch BBB) überstanden sie jede Kontinentalverschiebung.“

„Oh“, dachten da manche, „das könnte auch eine Überlebensregel bzw. Karriereregel in unserer Firma sein!“.
Das erklärt auch manche Beförderung in der Firma: „Man muss eben wie eine Qualle sein“.

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